René Magritte war der Meister des Surrealen. Die Werke des Belgiers irritieren und faszinieren, so neulich im Museo Thyssen-Bornemisza: Links «La lampe philosophique», rechts «Le magicien», ein Selbstporträt mit vier Armen. Das Thyssen-Bornemisza ist eines der Prunkstücke der Madrider Kunstmeile, neben dem Prado und dem Centro de Arte Reina Sofía. Die Sammlung war einst in Lugano zu besichtigen, in der Villa Favorita ihres Besitzers Hans Heinrich Thyssen. Der Spross einer deutschen Schwerindustrie-Dynastie bemühte sich in den 1980er-Jahren um den Transfer der Bilder in ein öffentliches Museumsgebäude. Eidgenössische Avancen, die Kollektion im Land zu halten, waren zu halbherzig; die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher scheiterte daran, die prachtvolle Kollektion nach London zu holen. Mehr Geschick bewies die spanische Regierung unter dem damaligen Premier Felipe González, einem Sozialisten. Die heutige Regierung unter González’ Parteifreund Pedro Sánchez hat mit Thyssens Witwe ungeniert realpolitisch ein Abkommen geschlossen, das die Werke dem Königreich auf Dauer sichert. Madrid mag Malerei, schier auf Stufe Staats­räson. Gewiss auch Kunst, die anderswo non grata ist.(Bild: EPA/Emilio Naranjo)