Meinungen

(S)watch out

Swatch Group fallen im September aus dem SMI. Warum das kein Beinbruch ist. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Wer langfristig denkt, für den sind Swatch Group auch ohne SMI ein Kauf.»

Nun ist es also Tatsache. Swatch Group (UHR 282.40 +0.18%) müssen den SMI (SMI 12'629.87 +0.26%) per Handelsschluss des 17. September verlassen. Den Platz der Bieler nimmt Überflieger Logitech ein. Doch was bedeutet die Relegation des Imperiums von Nick Hayek für den Anleger? Ist es Zeit, sich aus den Titeln zu verabschieden, oder spielt die Indexzugehörigkeit im Endeffekt gar keine Rolle?

Ich hatte Ihnen Swatch Group Ende 2020 als einen meiner fünf Favoriten für 2021 empfohlen. Seither sind die Aktien 40% gestiegen. Ein Volltreffer. Doch auch wenn ich glaube, dass die Verbannung aus dem Index nicht ganz ohne Folgen ist, halte ich den Valoren die Stange. Warum? Auch nach den Avancen sind sie tief bewertet, Swatch Group ist in der Krise aus Kostensicht viel effizienter geworden, und in einem Aufschwung – und den haben wir – wirkt sich das noch stärker auf das Margenwachstum aus.

Wer niedrige Tradingkosten hat und sein Portfolio gerne aktiv managt, dem gebe ich dennoch einen Tipp: Wenn Swatch Group am 20. September zum ersten Mal ausserhalb des SMI handeln, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie an diesem Tag deutlich schwächer als der Gesamtmarkt abschneiden.

So war es vergangenes Jahr bei  Adecco (ADEN 46.28 +0.7%), als sie aus dem SMI flogen und an einem Tag 7% einbüssten, während der Index nur 2% nachgab. ETF und andere Produkte, die auf dem SMI basieren, müssen am Stichtag angepasst werden. Swatch-Group-Aktien müssen am 20. September verkauft werden. Das führt zu Druck. Doch das ist eine kurzfristige Bewegung. Wer langfristig denkt, für den sind Swatch Group auch ohne SMI ein Kauf. Der Weg zum Hoch von 2018 ist noch weit, und gerade das macht mich zuversichtlich.