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Swiss Re rechnet mit weiterem Wachstum

Der Versicherer rechnet mit einer steigenden Nachfrage, vor allem gegen Klimarisiken ist das Bedürfnis nach Versicherungsschutz gross.

(AWP) Swiss Re (SREN 78.48 +0.49%) sieht für die Versicherer weltweit grosse Wachstumschancen. Der Rückversicherer will auch für sich ein Stück von diesem Kuchen abschneiden. «Wir sehen für uns vor allem bei Klima- und Cyberrisiken sowie beim Thema Nachhaltigkeit gute Gelegenheiten, um zu wachsen», sagte Underwritingchef Thierry Léger am Donnerstag anlässlich einer Videokonferenz zum Branchentreffen «Rendez-Vous de Septembre».

Ein besonderes Geschäftsfeld ist die Cyberversicherung. Dieses sei noch jung und in den letzten Jahren rund um den Globus mit Raten von 20 bis 30% gewachsen, hielt Léger fest. Bei Swiss Re schätzt man das weltweite Marktvolumen auf rund 8 Mrd. $. Swiss Re selber unterhält ein Cyber-Portfolio von rund 400 Mio.

«Wir möchten mit unseren Cyberdeckungen künftig weiterhin so rasch wie der Markt wachsen», erklärte Rückversicherungschef Moses Ojeisekhoba. Dabei sei allerdings mit Blick auf die Profitabilität des Geschäfts Vorsicht geboten. Denn es müsse jeweils klargestellt werden, was genau durch eine Cyberversicherung gedeckt werde und zur Preisfestsetzung könne man sich derzeit nach wie vor nur auf wenige Datenmodelle stützen.

Weiterhin steigende Preise

Mit starkem Wachstum rechnet man bei der Swiss Re auch im Geschäft mit Naturkatastrophen. In den vergangenen Jahren hätten vor allem Katastrophen aus der zweiten Reihe («Secondary Perils») wie Buschfeuer, Hagel oder Überschwemmungen an Bedeutung gewonnen, sagte Léger. Sie seien zumeist das Resultat des Klimawandels und für diese Risiken steige die Nachfrage nach Versicherungsschutz besonders.

Doch damit Versicherer und Rückversicherer das sogenannte «NatCat»-Geschäft profitabel betreiben können, seien adäquate Preise zur Deckung der Risiken nötig, mahnte Léger. Seit zwei, drei Jahren steigen die Preise und das dürfte auch anlässlich der grossen Vertragserneuerungsrunde im Januar so bleiben, ist er überzeugt.

In der Januar-Runde werden mit den Erstversicherern vor allem Rückversicherungsverträge zum Europa-Geschäft erneuert. Nach den verheerenden Gewitter und Flutkatastrophen im Juni und Juli sei im Januar mit einem weiteren Anstieg der Rückversicherungspreisen zur rechnen, sagte Léger.

Für «Ida»-Schätzung noch zu früh

In vollem Gang ist derweil die Hurrikansaison an der US-Ostküste. Diese grossen Katastrophen zählen in der Sprache der Rückversicherer zu den «Primary Perils». Zuletzt hatte der Sturm «Ida» vom Süden in Louisiana bis in den Nordosten in New York grosse Schäden verursacht. Um zu beziffern, wie viel die Swiss Re wegen «Ida» ihren Kunden bezahlen müsse, sei es noch viel zu früh, betonte Léger.

Erste auf Katastrophen spezialisierte Institute wie CoreLogic haben zu den «Ida»-Schäden erste ungefähre Schätzungen abgegeben. CoreLogic rechnet für den Nordosten der USA mit einem Gesamtschaden zwischen 16 und 24 Mrd. $, wovon die Versicherer wohl zwischen 5 und 8 Mrd. schultern müssten. Für den Süden veranschlagt das Institut weitaus höhere Kosten von 27 und 40 Mrd. Davon sollen 14 bis 21 Mrd. an die Versicherer übertragen werden.

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