Unternehmen / Industrie

Swiss Steel erhält neuen Chef

Beim angeschlagenen Stahlkonzern löst Frank Koch spätestens Anfang 2022 den amtierenden CEO Clemens Iller ab.

(AWP) Der kriselnde Stahlhersteller Swiss Steel (STLN 0.31 -1.41%) erhält einen neuen Konzernchef. Der Verwaltungsrat habe Frank Koch per spätestens Anfang 2022 zum CEO des Konzerns ernannt, heisst es in einer Mitteilung vom Montagabend.

Nachdem wesentliche Etappenziele der Neuausrichtung erreicht seien, habe sich der amtierende CEO Clemens Iller entschieden, das Unternehmen zu verlassen und damit auch einen «personellen Neuanfang in der Führung des Konzerns» zu ermöglichen.

Der 48-jährige Koch hat den Angaben zufolge während der letzten drei Jahre als CEO den deutschen Stahlproduzenten GMH Group (Georgsmarienhütte) geführt und restrukturiert, nachdem er dort bereits ab 2008 als CSO/Logistics und COO Mitglied der Konzernleitung verantwortlich war.

Für VR-Präsident Jens Alder bringt Koch «alles mit, um die Swiss Steel Group auch in Zeiten von weiterhin grossen Herausforderungen zum Erfolg zu führen», heisst es in der Mitteilung.

Grosse Herausforderungen

Der noch amtierende CEO Iller habe derweil das Unternehmen seit seinem Eintritt im April 2014 «in einer von grossen strukturellen und finanziellen Herausforderungen geprägten Zeitperiode erfolgreich geführt». Zuletzt sei – um den wirtschaftlichen Folgen des Marktrückgangs und der Covid-19-Krise zu begegnen – unter seiner Führung ein 5-jähriges Restrukturierungsprogramm aufgesetzt und im 2020 bereits umgesetzt worden. Er werde dem Unternehmen bis auf weiteres noch beratend zur Verfügung stehen.

Am (heutigen) Dienstag werden die Swiss-Steel-Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung über eine neuerliche Kapitalerhöhung befinden. Dabei soll ein Bruttoerlös von rund 200 Mio. Fr. erzielt werden.

Wie bereits bei früheren Anlässen ist das Geschäft umstritten. Insbesondere die Aktionärin Liwet um den russischen Milliardär Viktor Vekselberg stemmt sich gegen die Finanzspritze. Mit einer Anzeige bei der Übernahmekommission will sie erreichen, dass der Grossaktionär Big Point von Martin Haefner ein generelles Übernahmeangebot machen muss.