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Swiss Steel kann Kapital erhöhen

Der Umsetzung der Kapitalmassnahmen steht nichts mehr im Weg. Die Übernahmekommission hat am Freitag das Gesuch von Liwet in allen Anträgen abgewiesen.

(AWP) Swiss Steel (STLN 0.45 +1.81%) hat im Streit mit Grossaktionär Liwet-Holding eine weitere Runde gewonnen und will nun wie geplant mit der Kapitalerhöhung vorwärts machen. Die Übernahmekommission hat mit einem Entscheid vom vergangenen Freitag das Gesuch von Liwet in allen Anträgen abgewiesen.

Damit steht der Umsetzung der Kapitalmassnahmen nun nichts mehr im Weg. Der Zeitplan soll nun auch unabhängig von einer möglichen weiteren Beschwerde von Liwet umgesetzt werden, wie es in einer Mitteilung des Stahlherstellers vom Montag heisst. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 40’000 Fr. seien Liwet auferlegt worden.

Die Liwet Holding um den russischen Milliardär Viktor Vekselberg hatte mit einer Reihe von rechtlichen Schritten versucht durchzusetzen, dass die BigPoint Holding von Martin Haefner doch noch ein allgemeines Pflichtangebot an alle Swiss-Steel-Aktionäre unterbreiten muss.

Swiss Steel hatte in der vergangenen Woche den geplanten zeitlichen Ablauf der Kapitalerhöhung um insgesamt 1,03 Mrd. neue Aktien veröffentlicht. Demnach soll das Bezugsrechtsangebot am heutigen 8. März starten und am 15. März enden.

Die neuen Aktien werden den bestehenden Aktionären, wie bereits früher angekündigt, in einem Verhältnis von 63 neuen Aktien für je 124 gehaltene Bezugsrechte zugeteilt. Mit der Hauptaktionärin BigPoint wurden Backstop-Niveaus vereinbart. Mit dem Bruttoerlös von rund 200 Mio. € soll das Eigenkapital gestärkt und die bestehenden Finanzierungs- und Kreditkonditionen verbessert werden.

Interne Untersuchung zu Bilanzierungspraktiken bei Ascometal

Bei Swiss Steel läuft eine interne Untersuchung zu den Bilanzierungsmethoden und dem Verhalten des Managements von Ascometal. Diese sei eingeleitet worden, nachdem man eine Beschwerde von einem ehemaligen Mitarbeiter der Geschäftseinheit erhalten habe, teilte der Stahlhersteller am Montag mit.

Die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung würden keine Vorkommnisse zeigen, die für die bestehenden Finanzzahlen von Swiss Steel im Kontext der Kapitalerhöhung materiell seien.

Die wesentlichsten Vorwürfe des früheren Mitarbeiters würden sich auf Verhalten und Praktiken gewisser Mitglieder des Managements beziehen. Dabei gehe es etwa um die Aktivierung beziehungsweise Kapitalisierung von Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen oder die periodisch korrekte Abgrenzung einer Kostenrückerstattung aus einem Energieliefervertrag.

Gewisse Beschwerden und Behauptungen des vormaligen Mitarbeiters seien anhand der vorläufigen Ergebnisse als unbegründet beurteilt worden, schreibt Swiss Steel. Die Untersuchung, bei der man die Unterstützung externer Anwälte hinzugezogen habe, soll fortgeführt werden, bis alle Beschwerden und Behauptungen gründlich abgeklärt wurden, betont das Unternehmen.