Es ist das grösste Drama der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Vielleicht das grösste Nachkriegsdrama überhaupt. Denn Swissair war mehr als eine Airline. Sie war der grösste Stolz einer kleinen Nation, eine Botschafterin, die rund um den Globus Urschweizer Werte repräsentierte: Verlässlichkeit, Qualität, finanziellen Erfolg. Swissair ist verschwunden, und mit ihr ein Stück Heimat. Hinzu kam ein Ereignis, das tief verstört hat: das Grounding. (Lesen Sie hier den FuW-Kommentar) Mit dieser Schmach, den Dutzenden Jets, die nicht abheben durften, platzte die Illusion, dass die Schweiz es ein bisschen besser kann, anderen Ländern einfach überlegen ist.

Der Alleingang

Nach dem Grounding Anfang Oktober 2001 ist Swissair definitiv am Ende. Ihr Untergang hatte sich jedoch schon lange angebahnt. Ende der ­Achtzigerjahre gilt Swissair noch als «fliegende Bank», als konservativ gemanagte Firma, mit viel Substanz, finanziell bombenfest, die zuhauf Branchenauszeichnungen als beste, pünktlichste, sympathischste Airline einheimst. Doch in den Neunzigerjahren dreht der Wind. Der Luftverkehr in der EU wird dereguliert. Und trotz Abschluss der ­ersten bilateralen Verträge ist Swissair nicht mit anderen europäischen Airlines gleichgestellt. Sie muss in ­jedem Land um Landerechte kämpfen.

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