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Swisscom senkt Gebühren für Datenroaming

Kunden des Telecomkonzerns surfen im Ausland 20 bis 50% günstiger. Der finanzielle Effekt ist im Ausblick für 2018 bereits enthalten.

Swisscom-Kunden surfen künftig im Ausland günstiger. Der Telecomkonzern senkt ab 19. März die Preise für einen einen grossen Teil der Datenpakete im Ausland um 20 bis 50%, wie er am Mittwoch mitteilte. Die meisten Kunden zahlen aber Datennutzung im Ausland nicht mehr separat. Und an der Guidance für 2018 ändere sich nichts, erklärt ein Sprecher auf Anfrage von FuW.

Bei häufiger besuchten Reisezielen ausserhalb Westeuropa fallen die Preise zwischen 20 und 40%. Für Westeuropa beträgt die Preissenkung 20 bis 33%. Für Pakete mit dem kleinsten Datenvolumen von 10 MB verändert sich für die meisten Ländern nichts. Laut Swisscom (SCMN 447.7 2.87%) gelten die Anpassungen für Privat- und Geschäftskunden.

Viel Datenvolumen inklusive

In den inOne-Mobilfunkabonnementen sei weltweit nutzbares Datenguthaben bereits inbegriffen, wird Jérôme Wingeier, Leiter Roaming bei Swisscom in der Mitteilung zitiert. «Daher bezahlen die meisten Kunden nicht mehr separat, wenn sie im Ausland surfen. 80% des gesamten Datenvolumens unserer Kunden im Ausland ist bereits inklusive», so Wingeier weiter.

Nicht ganz zufrieden zeigt sich Ralf Beyeler, Telecom-Experte beim Vergleichdienst Moneyland. «Die Roaming-Standardtarife von Swisscom bleiben zum grössten Teil unverändert. Die Preisunterschiede zwischen dem Standardtarif und den Paketpreisen sind riesig», kritisiert er.  In Europa bezahlten Kunden mit dem Standardtarif bei Swisscom bis zu 2670% mehr als Kunden mit einem Daten-Roaming-Paket.

Auch wäre eine Abschaffung der Gültigkeitsdauer von 30 Tagen bei Daten-Roaming-Paketen wünschenswert, so Beyeler weiter. Die Swisscom-Marke SimplyMobile zeige, dass Daten-Roaming-Pakete auch unbeschränkt gültig sein könnten. Kunden verstünden nicht, weshalb sie ein teures Daten-Roaming-Paket kaufen und dieses nach so kurzer Zeit verfalle.

Umsatzdruck auch wegen Roaming

Die Schweizer Telecombranche spürt seit Jahren Umsatzdruck, auch wegen rückläufiger Roaming-Einnahmen. Im Jahr 2017 büsste Swisscom 2% oder rund 200 Mio. Fr. im Schweizer Kerngeschäft ein, vor allem wegen rückläufiger Einnahmen aus Festnetztelefonie und Roaming.

Für 2018 stellt Swisscom einen Umsatz von rund 11,6 Mrd. Fr., einen Ebitda von rund 4,2 Mrd. Fr. und Investitionen von weniger als 4,2 Mrd. Fr. in Aussicht. Das entspricht in etwa den Vorjahreswerten. Vor allem das Italien-Geschäft mit Fastweb kompensiert derzeit rückläufige Trends in der Schweiz.

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