Unternehmen / Schweiz

Syngenta Group: Börsengang aus der Pole Position

Mit Syngenta haben die chinesischen Eigner den weltweit führenden Agrochemiekonzern geschmiedet. Das IPO dürfte ihn noch stärker machen.

China orchestriert seinen wirtschaftlichen Aufstieg sehr gekonnt. Einst galt das Land als «Werkbank der Welt», und westliche Firmen wollten dort unbedingt kostengünstig produzieren. Das erlaubten die Chinesen aber nur in von ihnen anteilsmässig beherrschten Joint Ventures. Dadurch gewannen sie raschen und tiefen Einblick in das technologische Know-how des Westens. Das Wissen ist so erfolgreich nach China geflossen, dass das Land nun nach den USA die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt ist.

Deshalb ist es sinnvoll, auch bei der 2017 durchgeführten Akquisition der Schweizer Agrochemiefirma Syngenta durch den Staatskonzern ChemChina vor allem nach strategischen und nicht finanziellen Aspekten zu suchen, die der Transaktion einen Sinn verleihen. Syngenta entstand 2000 aus den Saatgut- und Pflanzenschutzmittelaktivitäten von AstraZeneca und Novartis. Sie brillierte 2001 mit der vollständigen Entschlüsselung des Reisgenoms und erhielt 2004 als erste Firma die EU-Zulassung für eine genveränderte Maissorte. Mit der Übernahme von Syngenta sicherte sich China den Zugang zum ausgezeichneten Know-how des Unternehmens bei genetisch verändertem Saatgut und anderen landwirtschaftlichen Technologien.

Eigenversorgung erhöhen

Das aufstrebende China will seine Lebensmittelversorgung sicherstellen und sich von Importen unabhängiger machen. Es ist nicht verwunderlich, wenn der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping betont, dass sich Chinas Modernisierung nicht von der Modernisierung der Landwirtschaft trennen lasse. Das Land verfügt über 7% der globalen Ackerfläche, beherbergt aber 22% der Weltbevölkerung. Rund 70% der Ackerflächen werden von Kleinbauern bestellt, die nicht besonders effizient wirtschaften.

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