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Syngenta soll noch 2021 zurück an die Börse

Medienberichten zufolge soll der Agrartechnologiekonzern noch dieses Jahr zurück an die Börse. Er war bis zur Übernahme durch ChemChina an der Schweizer Börse kotiert.

(AWP/AM) Die Zeichen für eine baldige Rückkehr des Basler Saatgutkonzerns Syngenta auf das Börsenparkett verdichten sich. Die chinesischen Eigner würden das Schweizer Agrarchemieunternehmen vermutlich noch dieses Jahr platzieren, schreibt das deutsche «Handelsblatt» in seiner Ausgabe vom Mittwoch (Vorabmeldung).

Als Quelle nennt die Zeitung «Finanz- und Branchenkreise»  Diesen Kreisen zufolge dürfte die chinesisch-schweizerische Gruppe dabei mit 50 bis 60 Mrd. $ bewertet werden. Damit käme die Syngenta-Gruppe an den Börsenwert von Konkurrent Bayer (BAYN 57.30 +7.24%) heran, der derzeit bei 58 Mrd. $ liegt, wie die Zeitung in dem Bericht weiter schreibt.

Eine Anfrage der Nachrichtenagentur AWP bei Syngenta, was von dem Bericht zu halten sei, beantwortete ein Sprecher nur indirekt. Er wiederholte jedoch, was die Gruppe bereits Anfang April bestätigt hatte: Dass ein IPO bis 2022 geplant ist. «Wir halten dies nach wie vor für einen wahrscheinlichen Zeitrahmen für einen Börsengang der Syngenta-Gruppe», erklärte er. «Der Zeitpunkt eines Börsengangs hängt von den Marktbedingungen ab, aber wir bleiben auf Kurs, um dieses Ziel zu erreichen.»

Adama und Syngenta AG

Zur Syngenta Gruppe gehören nebst dem Schweizer Pflanzenschutz- und Saatgutkonzern Syngenta AG auch noch die israelische Adama und die Agrargeschäfte der in China beheimateten Sinochem. Syngenta war im Jahre 2000 aus der Fusion der Agroaktivitäten von Novartis (NOVN 80.05 +1.43%) und der britischen AstraZeneca entstanden.

Das Unternehmen war bis zur Übernahme durch ChemChina im Jahre 2017 an der Schweizer Börse kotiert. Zwei Jahre vorher hatten die Basler einen Übernahmeversuch von Monsanto noch abgewehrt. Der US-Konzern wurde danach von Konkurrent Bayer geschluckt. Für Syngenta bezahlte ChemChina 2017 rund 43 Mrd. $. Darin waren Adama und Sinochem allerdings nicht enthalten, sie kamen später zu Syngenta.

Als möglicher Börsenplatz für das IPO wurde früher Schanghai und Hongkong genannt. Mögliche Zweitkotierungen könnten in London, New York und Zürich erfolgen, hiess es damals.

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