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Syngenta bündelt Agrargeschäfte

Der Schweizer Chemiekonzern übernimmt die Agrarsparten von ChemChina und Sinochem.

(AWP) Die chinesischen Staatskonzerne ChemChina und Sinochem legen ihre Agrargeschäfte in der neuen Holding Syngenta Group zusammen. Neben der heutigen Syngenta – der in Basel ansässigen ChemChina-Tochter – sollen auch die ChemChina-Anteile am Pflanzenschutzunternehmen Adama und das Agrargeschäft von Sinochem in die Gesellschaft übergehen.

Die neue Gruppe wird vom heutigen Syngenta-CEO Erik Fyrwald geleitet, wie die Unternehmen am Sonntag mitteilten. Finanzchef Mark Patrick, der seit 2016 in der Syngenta-Geschäftsleitung sitzt, verlässt das Unternehmen dagegen Ende Januar. Sein Nachfolger wird Chen Lichtenstein, heutiger Präsident und CEO von Adama. Er werde von Basel aus arbeiten, schrieb Syngenta.

Die Zusammenlegung des Agrargeschäfts von ChemChina und Sinochem vertiefe die Reform der Staatskonzerne und optimiere die Ressourcenverteilung, schrieb ChemChina. Es sei zudem ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen Sinochem und ChemChina zu stärken.

ChemChina hatte Syngenta 2017 für 43 Mrd. $ gekauft und von der Schweizer Börse genommen. Allerdings kursieren seit Längerem Gerüchte, dass ChemChina die Tochter wieder zurück an die Börse bringen will. Zudem sollen sich Sinochem und ChemChina seit Längerem in Fusionsgesprächen befinden. Doch nachdem internationale Anleger den Insidern zufolge vor einem Einstieg zurückgeschreckt waren, hätten ChemChina und Sinochem die Preisvorstellung zurückgeschraubt und sich an staatliche Investoren wie Banken, Versicherungen und andere Finanzgesellschaften gewandt. Ihnen würden nun Aktien zu einem Preis angeboten, der SAS insgesamt mit etwa 30 Mrd. $ bewertet. Dieser Preis würde einen starken Wertverlust von Syngenta bedeuten. Der chinesische Botschafter in der Schweiz hatte die Übernahme, Chinas grösster Übersee-Deal überhaupt, in einem Zeitungsinterview im Juni als Fehler bezeichnet.