Am 30. Januar brachte «Finanz und Wirtschaft» ein Interview mit Prof. Heinz Zimmermann. Auf die Frage, was wichtig sei für den Aktienmarkt, antwortete er: «Der fundamentale Bewertungsunterschied zwischen den Sektoren ist wesentlich wichtiger als der Vergleich der Länder. Wenn sich der deutsche Aktienmarkt anders verhält als der amerikanische, geschieht das wegen des Technologiesektors, der in den USA ganz anders entwickelt ist. Das war früher schon so, aber jetzt ist es besonders deutlich geworden, weil die Krise einen Technologieschub gebracht hat.» 

Solange die Geldpolitik der industrialisierten Länder wie ein Ei dem anderen gleicht, der grenzüberschreitende Kapitalverkehr frei bleibt, die Lieferketten nach marktwirtschaftlichen Kriterien organisiert werden, der wissenschaftliche Austausch, der die technologische Innovation antreibt, global ist, und die meisten börsennotierten Unternehmen auf den Weltmärkten als Ein- oder Verkäufer oder als beides präsent sind, bestimmen die Sektoren den Verlauf der nach Regionen oder Nationen aufgebauten Indizes.

Sektorenansatz im Vorteil 

Das ist ein Grund, warum ich die Sektoren stets in den Vordergrund setze. Der zweite Grund liegt darin, dass der Sektorenansatz eine bessere Diversifikation bietet. Sektoren können noch lange steigen, während die breiten Indizes sich bereits im Bärenmarkt befinden. Der letzte globale Bärenmarkt begann in den grossen länderbasierten Aktienindizes und im MSCI Welt im Oktober 2007. Der MSCI Materials und der MSCI Energie stiegen bis Mai 2008. Heute bringen diese zwei Sektoren nur 7,8% der Kapitalisierung des MSCI Welt auf. Im Oktober 2007 lag die Kapitalisierung auf 19%, im Mai 2008 war sie auf 25,3% gestiegen! Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?