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Ungarns Allerheiligstes: die altehrwürdige Stephanskrone und die anderen  Reichsinsignien, aufbewahrt im Kuppelsaal des Parlamentsgebäudes in Budapest. Im Jahr 1000 soll der Papst die Krone dem zuvor als István, Stephan, getauften Fürsten Vajk verehrt haben. König Stephan ehelichte eine bayrische Prinzessin und bekehrte sein heidnisches Volk, das im 9. Jahrhundert aus der Schwarzmeergegend zugewandert war. Damit etablierte er Ungarn als katholisch-europäischen Staat. Wenige Jahre nach seinem Tod wurde er kanonisiert: Szent István, Stephan der Heilige. Das wird Viktor Orbán, dem heutigen Premier, kaum widerfahren. Mit nationalkonservativem Theaterdonner und autoritären Anwandlungen hat er sein Land, ähnlich wie Jarosław Kaczyński Polen, dem Juste milieu in Brüssel, Berlin etc. entfremdet. Schon gar nicht wird Orbán verziehen, dass er niemandem Flüchtlinge abnehmen will, nicht einmal auf Geheiss des Europäischen Gerichtshofs. Vielmehr fordert der «Viktator», wie ihn manche Magyaren verspotten, von der EU eine Kostenbeteiligung – für den 880 Mio. € teuren Zaun zu Serbien. Im Wissen, dass er nichts kriegen wird. Im Wissen, dass manche Regierung im Westen Ungarns Grenzwall diskret segnet.