Märkte / Makro

Tagebuch Eurokrise – Juni

Die Eurozone erhält eine zentrale Bankenaufsicht. Im Gegenzug wird der Euro-Rettungsfonds direkt in Not geratenen Banken helfen. Staaten müssen bei Hilfsanträgen nicht mehr zwingend Sparreformen fürchten.

Tina Haldner und Michael Griesdorf

Freitag, 29. Juni 2012

Nach mehr als dreizehn Stunden Verhandlungen haben die Staats- und Regierungschefs der Eurostaaten ihre erste Sitzung am neusten Krisengipfel beendet. In erster Linie wurden Massnahmen beschlossen, die die Refinanzierungskosten der Staaten an den privaten Kapitalmärkten reduzieren könnte. Die Ergebnisse werden voraussichtlich grösstenteils am 9. Juli implementiert.

Definitiv beschlossen wurde ein spezielles Wachstumsprogramm, mit dem 120 Mrd. € an Investitionen mobilisiert werden sollen. Italien und Spanien verknüpften ihre Zusagen zu dem Programm mit direkten Massnahmen gegen ihre steigenden Refinanzierungskosten. Damit machten die beiden Länder Druck auf Angela Merkel. Diese verlangt seit längerem einen europäischen Fiskalpakt, welcher jedoch auch in Deutschland zuerst durch das Parlament bewilligt werden muss. Die oppositionellen Parteien in Deutschland wiederum forderten für ihre Zustimmung eines solchen Paktes, dass Merkel in der Eurozone ein umfassendes Wachstumspaket durchbringt. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?