Meinungen

Tech-Aktien ja, aber

Viele Tech-Titel haben deutlich stärker gelitten, als der Index es anzeigt. Tech-Investments sind kein Selbstläufer. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Anleger sollten langfristig auf Unternehmen im Tech-Segment setzen, die ihren Bereich unangefochten dominieren.»

Alle reden vom Tech-Ausverkauf. Doch ein Blick auf den Nasdaq Composite Index mag für manchen Anleger Grund zur Entwarnung geben. Der Gradmesser notiert gerade mal 5% unter seinem Höchst und hat seit Anfang Jahr immerhin 20% zugelegt. Kein Grund zur Sorge also? Leider doch. Wer die Aktien im Index unter die Lupe nimmt, der stellt fest, dass das Tech-Gewitter viel schlimmer ist als gedacht.

Rund ein Drittel der Aktien des Nasdaq Composite Index notiert 50% oder mehr unter dem 200-Tage-Höchst. Satte 60% haben über 20% verloren. Wer kreuz und quer durch den Index gekauft hat, der sitzt mit Sicherheit auf einigen ganz üblen Investitionen. Anleger durchforsten im Moment ihr Portfolio. Besonders in den USA werden die Titel schnell wachsender, aber oft sehr teurer Tech-Unternehmen aus den Depots genommen. Die Politik der Notenbanken, die hohen Bewertungen, teilweise Gewinnmitnahmen sowie Volatilität per se führen zu diesen Schritten.

Nun aber die guten Nachrichten. Ein Grossteil der Kursverluste trifft die kleinen Tech-Werte. Als Bauernregel gilt: je grösser und je bewährter, desto stabiler der Kursverlauf. Das soll kein Aufruf dazu sein, jetzt sein ganzes Geld in FAANG-Aktien zu investieren. Die Kombination von Facebook (jetzt Meta), Amazon (AMZN 138.23 -2.86%), Apple (AAPL 174.15 -0.23%), Netflix (NFLX 241.16 -1.64%) und Google (Alphabet (GOOGL 117.21 -2.46%)) liegt dieses Jahr nur knapp im Plus, und besonders Netflix sind für mich absolut kein Kauf.

Was aber gilt, ist, dass Anleger langfristig auf Unternehmen im Tech-Segment setzen sollten, die ihren Bereich unangefochten dominieren. Alphabet und Amazon sind da meine Favoriten. Für Apple und Facebook scheint mir die Luft etwas dünner.