Meinungen

Tech-Spreu und Tech-Weizen

Trotz Ausverkauf: Nicht alle Big-Tech-Titel sind schon attraktiv. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Thorsten Riedl.

«Es ist zu früh, die Trendwende auszurufen.»

Ab Freitag gilt Facebook-Mutter Meta als Value-Wert. Zumindest wenn es nach FTSE Russell geht. Der Indexbetreiber stellt seine US-Indizes um. Das Gewicht der Meta-Aktien unter anderem, aber auch der Online-Videothek Netflix wird im Growth-Index reduziert, im Value-Barometer erhöht. Ob Anleger dem folgen? Fraglich, denn gerade Meta und Netflix haben unter den Big-Tech-Titeln dieses Jahr am meisten verloren.

Wohin mit Meta und Netflix?

Mehr als 60% haben Netflix seit Anfang Jahr eingebüsst, Meta immer noch 50%. Der tech-lastige Vergleichsindex Nasdaq Composite hat derweil «nur» 20% nachgegeben. Seit Mitte Juni geht es wieder nach oben. Zeichen für eine nachhaltige Besserung?

Zu gross ist derzeit die Unsicherheit, um die Trendwende auszurufen. Krieg, Inflation, Zinswende, Regulierungsdrohungen der Politik: Die Liste der Einwände ist lang, die Investoren vom Einstieg in Big Tech abhalten. Umso wichtiger ist es, die Themen im Blick zu behalten, mit denen sich langfristig Geld verdienen lässt.

Resistente Apple und Amazon

Angesichts einer Rezession wird das mit Online-Werbung etwa schwerer. Der Schwenk von Netflix, werbefinanziertes Streaming zu forcieren, dürfte da kaum gelingen. Auch für Alphabet und Meta werden die Zeiten härter, zumal sich die Facebook-Mutter in einem tiefgreifenden Umbau befindet. Am aussichtsreichsten scheint die Cloud: Auch hier ist der Google-Konzern gut unterwegs, Microsoft überrascht Quartal für Quartal, Amazon führt im Segment. Und Apple? Dem iPhone-Hersteller ist die Fangemeinde schon oft in schwerer Zeit treu geblieben. Das dürfte sich kaum ändern.

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