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Technologieaktien brechen auf breiter Front ein

Die Kontraktion hat am Freitag am US-Markt begonnen und breitet sich global aus. Auch Schweizer Tech-Werte rutschen ab.

Der Ausverkauf bei Technologieaktien in den USA vom Freitag setzt sich zu Wochenbeginn fort. Nun trifft es den Schweizer Aktienmarkt. Besonders die Papiere des Apple-Zulieferers AMS verlieren am Montagmorgen deutlich.

Auch die Valoren des in den letzten Monaten erfolgsverwöhnten Genfer Bankensoftwareherstellers Temenos (TEMN 145.15 +0.76%) und des PC-Zubehörspezialisten Logitech (LOGI 100.05 +1.59%) kommen unter die Räder. Die Titel des Chipentwicklers U-Blox (UBXN 74.80 +3.24%), des Sensorspezialisten Inficon (IFCN 1'112.00 +0.36%) und des Sicherheitsexperten Kudelski (KUD 4.08 0%) verzeichnen ebenfalls Verluste.

Die Kontraktion bei den Schweizer Tech-Werten ist mit der unternehmensspezifischen Nachrichtenlage nicht zu begründen. Temenos meldete am Montagmorgen lediglich den Abschluss eines Aktienrückkaufs für das Jahr 2016, wobei die Neuauflage eines ähnlichen Programms erwartet wird.

AMS hat für 2017 eine neue Dividendenpolitik vorgestellt: Die Ausschüttung soll bei höherem Gewinn steigen. Die künftige Dividende soll mindestens dem Betrag des Vorjahres entsprechen (lesen Sie hier mehr). Beides sind aus Anlegersicht grundsätzlich positive Neuigkeiten.

Verblendete Investoren

Die Tech-Korrektur in den USA vom Freitag soll auf Aussagen des globalen Investmentchefs von Goldman Sachs (GS 377.86 -0.66%), Robert Boroujerdi, zurückgehen. Er sagte, die geringe Volatilität in der Kursentwicklung von Tech-Aktien wie Facebook (FB 358.92 +2.19%), Amazon (AMZN 3'354.72 -0.34%), Alphabet (GOOGL 2'702.51 -0.37%) und Microsoft (MSFT 286.51 -0.21%) könnte Investoren vor den Gefahren von Regulierung und Zyklizität verblenden.

Vonseiten der UBS hiess es, sollte die US-Notenbank Fed am kommenden Mittwoch eine restriktivere Politik verkünden, könnte das der Beginn einer Branchenrotation sein. Statt in Technologiewerte würden Anleger dann verstärkt in Aktien aus der Finanzbranche gehen.

Apple (AAPL 146.95 -0.28%) verloren am Freitag 3,9%, Facebook 3,3%, Amazon 3,2% und Microsoft 2,3%. Zwei weitere Tech-Aktien, die im vergangenen Jahr ebenfalls stark gewonnen hatten, der Chiphersteller Nvidia (NVDA 202.74 +2.32%) und der Filmdienst Netflix (NFLX 517.35 +1.28%), verbilligten sich um 6,5 respektive 5%.

Der technologielastige Nasdaq-100-Index gab 2,4% nach. Seit Anfang Jahr ist er dennoch 18% avanciert. Technologie- und IT-Werte haben in den USA im Sektorvergleich die mit Abstand beste Jahresperformance zu verzeichnen. Gewisse Analysten sehen die Kontraktion lediglich als normale Gegenbewegung nach vielen Tagen mit Kursgewinnen.

Asien und Deutschland im Abwärtssog

Nicht nur Schweizer Technologiewerte leiden derzeit. Auch in Asien geben Tech-Valoren nach. In Südkorea verlieren etwa der Nachrichtendienst Naver und LG Electronics deutlich. In Taiwan verzeichnen die Apple-Zulieferer Hon Hai (HHP1 7.95 -0.75%) Precision Industry, Taiwan Semiconductor und Delta Electronics Abgaben. Auch der chinesische Social-Media-Gigant Tencent (Tencent 59.14 +4.06%) kann sich dem Abwärtstrend nicht entziehen.

Ein ähnliches Bild wie in Asien und der Schweiz präsentiert sich im deutschen Aktienmarkt. Hier gehören unter anderem die Chipspezialisten Dialog Semiconductor (DLG 64.08 -0.16%) und Siltronic (WAF 138.95 -0.54%) zu den grössten Verlierern. Im Leitindex Dax (DAX 15'710.31 +0.12%) müssen der Softwaregigant SAP (SAP 124.24 +0.7%) sowie der Sensor- und Halbleiterhersteller Infineon (IFX 34.92 +0.49%) empfindliche Verluste verbuchen.