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Temenos will auch in zehn Jahren eine Wachstumsstory sein

Die Aktien des Genfer Bankensoftwarehauses Temenos (TEMN 167.75 -1.12%) gehören zu den erfolgreichsten Schweizer Titeln der letzten Jahre – und mittlerweile zu den teuersten. Im Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM (SMIM 2587.371 -0.13%) belegen sie mit einer Jahresperformance von bis dato 49% vor Sonova (SOON 222.9 0.36%) (40%) und Straumann (STMN 801.8 -1.09%) (39%) den Spitzenplatz. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Kurs der Temenos-Valoren verdreifacht. Mit dem Erfolg ging auch die Bewertung steil nach oben. Für das laufende Jahr handeln die Papiere mit einem Verhältnis von Kurs zu Gewinn von 52 (2020: 44), Kurs zu Cashflow von 35 (30) und Unternehmenswert zu Umsatz von 14 (12) – Werte, die manchen Anleger abschrecken.

Den Temenos-CFO beunruhigt die Bewertung indes nicht. Das Management geht davon aus, den Wachstumskurs langfristig halten zu können und wenig Zyklizität ausgesetzt zu sein. Ausdruck dieser Zuversicht sind die am Investorentag vom 21. Mai verlängerten mittelfristigen Zielvorgaben auf zehn bis fünfzehn Jahre: Die Verkäufe von Softwarelizenzen – der wichtigste Indikator für die Entwicklung des Kerngeschäfts – sollen mindestens 15% pro Jahr wachsen, der Konzernumsatz aggregiert 10 bis 15%. Für Aktionäre relevant: Die Betriebsmarge (Stufe Ebit) soll sich in den kommenden drei bis fünf Jahren jährlich um 100 bis 150 Basispunkte ausweiten, der Gewinn pro Aktie um 15%. Langfristig will Temenos eine Marge von über 36% erreichen, womöglich bis 40%.

Das aktuelle Wachstumstempo ist derweil weitaus höher als die langfristige Vorgabe. Im ersten Quartal konnte der Konzernumsatz 23%, der mit Softwarelizenzen gar 28% vergrössert werden, bei einer Betriebsmarge von 24,1% (Jahresziel: 31,9%). Wobei das erste Quartal volumenmässig wenig repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Angesichts festgesetzter Verträge im Softwarelizenz, -Subskriptions- und Unterhaltsgeschäft hat Temenos eine hohe Visibilität: Rund 85% des jährlich zu erwartenden Produktabsatzes sieht das Management voraus.

Um das Wachstum zu forcieren, zählt Temenos weiter auf den Erfolg des Hauptprodukts, des Kernbankensystems T24 Transact. Aber auch ergänzende Softwaremodule etwa für die Abwicklung von Zahlungsverkehr, Fondsadministration sowie Private- und Digital-Banking-Diensten sollen helfen.

Für den Ausbau des Softwareportfolios greift Temenos auf kleine bis mittelgrosse Akquisitionen zurück. Zuletzt hat sie für 245 Mio. $ den US-IT-Anbieter Avoka übernommen. Er entwickelt Software für das Front Office und bietet sie über die Cloud im Software-as-a-Service-Modell an.

Bei cloudbasierten Anwendungen rechnet Temenos mit dem steilsten Wachstum. Doch bis auch grosse Finanzinstitute auf die dezentrale Datenlagerung bei Drittanbietern umsteigen, dürften einige Jahre vergehen – mitunter aus Bedenken betreffend Datenschutz und -sicherheit.

Die komplette Historie zu Temenos finden Sie hier. »

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