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Tesla stürzen nach Quartalsverlust ab

Der Autobauer verzeichnet einen höheren Verlust als erwartet. Von nachhaltiger Profitabilität ist er weit entfernt. Eine Analyse in sieben Grafiken.

Das Verdikt der Marktteilnehmer ist deutlich. Mehr als 11% verlieren die Aktien von Tesla (TSLA 442.15 4.42%) nach der Publikation der Zahlen zum zweiten Quartal im nachbörslichen Handel. Der Grund sind rote Zahlen.

Mit 408 Mio. $ ist der Quartalsverlust dreimal so hoch wie von den Analysten erwartet. Dass es sich gegenüber dem Vorquartal um eine Verbesserung handelt, ist nur ein schwacher Trost.

Das Quartalsergebnis belastet haben auch ausserordentliche Ausgaben in der Höhe von 117 Mio. $. Sie beinhalten Restrukturierungskosten, die nach Entlassungen Anfang Jahr und der Schliessung diverser Verkaufslokale angefallen waren.

So viele Autos wie noch nie

Einen Rekord erzielte der Elektroautobauer bei der Zahl der produzierten Fahrzeuge. Von März bis Juni verliessen 87’048 Fahrzeuge die Produktionshallen.

Noch höher war mit 95′ 356 Exemplaren die Zahl der Auslieferungen. Dank des Rekordergebnisses will das Unternehmen am Jahresziel von 360’000 bis 400’000 Auslieferungen festhalten.

Deutlich gesteigert wurde dank dem Rekord an ausgelieferten Fahrzeugen der Umsatz. Gegenüber dem Vorjahr konnte er 59% auf 6,3 Mrd. $ erhöht werden. Dennoch blieb er deutlich hinter den Werten vom zweiten Halbjahr 2018 zurück.

Der Kern des Problems von Tesla ist die Entwicklung der Bruttomarge. Sie sank gegenüber dem Vorjahr 168 Basispunkte auf 18,9% und weist seit Jahren einen negativen Trend auf.

Grund dafür ist der Rückgang des Verkaufs der hochpreisigen Fahrzeuge Model S und Model X. Wurden vor einem Jahr von den teuren Modellen noch 22’319 verkauft, waren es im vergangen Quartal nur noch 17’722 Exemplare.

Die gesunkene Marge bestätigt die Befürchtung, dass Tesla den günstigen Model 3 nicht profitabel produzieren kann. Die Skepsis der Marktteilnehmer zeigt sich auch in der hohen Zahl der leerverkauften Aktien.

Ein vermeintlicher Lichtblick sind der operative Geldfluss von 864 Mio. $ und der freie Geldfluss von 614 Mio. $. Dies kam aber deswegen zustande, weil Tesla im vergangenen Quartal nach logistischen Problemen im Vorquartal mehr Autos auslieferte, als sie produzierte. Eine nachhaltige Strategie ist dies nicht.

Immerhin hat das Unternehmen dank des positiven Cashflows, einer Kapitalerhöhung im Mai und der Wandlung einer Anleihe in der Höhe von 2,4 Mrd. $ das Cashpolster auf 5 Mrd. $ erhöhen können. Damit ist das kurzfristige Überleben gesichert. Mittelfristig  gibt es aber weiterhin grosse Unsicherheiten, denn von einer nachhaltigen Profitabilität ist die Gesellschaft weit entfernt.

Ab ins Reich der Mitte

Ändern soll das unter anderem die Gigafactory ausserhalb von Schanghai. Im grössten Markt für Elektroautos baut Tesla eine Produktionsanlage. Laut der Medienmitteilung soll sie Ende 2019 den Betrieb aufnehmen. Ebenfalls geplant ist die Einführung eines SUV. Der Model Y soll Ende 2020 auf den Markt kommen.

Ob dies der Schlüssel zum Erfolg ist, wird sich zeigen. Eine Investition drängt sich wegen der Unsicherheiten trotz des Kursrückgangs von 24% seit Anfang Jahr nicht auf.