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Teuerungsspitze überwunden

Der Rückgang der Rohölpreise ist erstmals im Landesindex der Konsumentenpreise (Lik) sichtbar. Im August nahm die Inflation 0,3% zum Vormonat ab. Die Jahresteuerung fiel von 3,1% im Juli auf 2,9% im August. Tiefere Preise für Erdölprodukte sorgten für Entspannung in den Indexkomponenten Verkehr sowie Wohnen und Energie. Stichtage der Erhebungen waren der 4. und der 14. August: Heizöl kostete 11% weniger als im Vormonat, Benzin wurde 3% günstiger.
Die Korrektur kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass von den Energieprodukten weiterhin ein kräftiger Inflationsdruck ausgeht. So war Heizöl im August 50% teurer als im August 2007, Diesel 25 und Benzin 12%! Die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gefürchteten Zweitrundeneffekte, dass also singuläre Preissteigerungen immer mehr Lebensbereiche erfassen, gründen erfahrungsgemäss auf anhaltenden Trends der Jahresteuerung. Luftverkehrbillette kosteten im August 10% mehr als im Vorjahr. Der Überwälzungseffekt zeigt sich auch im Nahrungsmittelsektor. Konsumenten mussten für Alltagsprodukte wie Brot und Butter mit Preissteigerungen von 6 bzw. 14% im Vergleich zum Vorjahr tiefer in den Geldbeutel greifen.
Eine Untersuchung der SNB (Daniel Kaufmann, Price-Setting Behaviour in Switzerland, SNB Working Paper 2008-15) kommt zu dem Ergebnis, dass es in der Schweiz länger dauert als in anderen Industrieländern, bis Anbieter ihre Verkaufspreise anpassen. Im Durchschnitt bleiben sie 4,6 Quartale unverändert. Werden sie angepasst, dann beträchtlich (9,4%). Die Analyse deutet auch darauf hin, dass der Verlauf der gesamtwirtschaftlichen Inflation die Frequenz, mit der die Preise angepasst werden, beeinflusst.
Die SNB geht davon aus, dass die Teuerung weiter zurückweichen wird. Mit ihrer im Juni veröffentlichten Prognose lag sie goldrichtig, veranschlagt sie doch für das laufende Quartal eine Inflationsrate, gemessen am Lik, von 2,9%. Verläuft auch weiterhin alles nach Plan, soll sie im ersten Vierteljahr 2009 nur noch knapp über dem Preisstabilitätsziel von 2% liegen und anschliessend darunter fallen. Derzeit besteht also kein Anlass, dass die Währungshüter von ihrem geldpolitischen Kurs abweichen und die Leitzinsen verändern müssen. AN Bitte , um diesen Artikel vollständig zu lesen.