Es ist nicht wirklich eine Überraschung: Die Gesundheits­kosten sind in der Schweiz 2018 (neueste Zahlen) weiter gestiegen und erreichten 81,9 Mrd. Fr. Der Zuwachs von 2,8% im Vorjahresvergleich ist insofern moderat, als er etwa dem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) entspricht. Daher blieb der Anteil am BIP mit 11,9% stabil. Das ist allerdings eher untypisch. Seit 2000 sind die Gesundheitskosten massiv stärker gewachsen als das BIP. Die Kosten haben sich seither nahezu verdoppelt, und ihr Anteil an der Wirtschaftsleistung hat sich von 9,4 auf 11,9% ausgeweitet. Blickt man weitere zehn Jahre zurück, ergibt sich ziemlich genau eine Verdreifachung der Gesundheitskosten. Gemessen am BIP erreichten sie 1990 erst 7,5%. Diese Kosten gehen für den Einzelnen ins gute Tuch. Pro Kopf und Monat erreichten die Gesundheitskosten im Berichtsjahr 802 Fr. Der grösste Teil wird von der obligatorischen Krankenversicherung getragen. Danach folgen die Selbstzahlungen, also der Betrag, den Haushalte ­zusätzlich zu Versicherungsprämien und Steuern berappen. Diese zwei Träger stehen für rund zwei Drittel der Gesundheitskosten. Während sich der Kostentrend 2019 etwa fortsetzen dürfte, ist für 2020 wegen Corona mit einem rascheren Wachstum zu rechnen. Dennoch ist kaum zu erwarten, dass sich die Politik zu griffigen Bremsmanövern durchringt. Zu sehr ist sie in Partikularinteressen gefangen.