Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Nonvaleur
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The Greatest Show on Earth

«Und dann und wann ein weisser Elefant» – wer sonst keine Zeile von Rainer Maria Rilke kennt: die schon, hoffentlich. Die ewige Wiederkehr der Elefanten kennzeichnet auch die Geschichte des einst führenden amerikanischen Zirkus, Ringling Bros. and Barnum & Bailey. Hachaliah Bailey gründete anno 1806 den wahrscheinlich ersten Zirkus in den USA, nachdem er einen afrikanischen Elefanten gekauft hatte – der lauschte auf den Namen Old Bet. Baileys Nachkommen taten sich 1881 mit dem Unterhaltungsund Marketingmenschen P. T. Barnum (man nannte ihn «the Shakespeare of Advertising») zusammen. Barnum kaufte flugs dem London Zoo den Elefanten Jumbo ab – bald die Hauptattraktion in der Manege. 1907 ging Barnum & Bailey an den Konkurrenten der Gebrüder Ringling, die erst ein Dutzend Jahre darauf aus den zwei Trupps einen machten. Ab 1957 trat Ringling Bros. and Barnum & Bailey nicht mehr unter eigenem Chapiteau auf, sondern nur noch in Hallen und Arenen. Der Zirkus rang mit sinkenden Zuschauerzahlen und steigenden Kosten. Am Ende zwang ihn Dauerkritik von Tierschützern in die Knie. Im Mai 2016 wurden die elf verbliebenen Elefanten aus dem Dienst am Publikum entlassen und durchstreifen seither ein weites Gelände in Florida. Ein Jahr später fiel der Vorhang der «Greatest Show on Earth» letztmals. Da half auch eine Känguru-Nummer nicht mehr.

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