Unternehmen / Finanz

Thiams Rezept: Spare hart, verkaufe Tafelsilber

Der Chef von Credit Suisse wird kommende Woche für 2019 den höchsten Gewinn präsentieren, den die Bank bisher unter ihm erreicht hat.

Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam ist rund um die Beschattungsaffäre in die Bredouille geraten. Aus seinem operativen Leistungsausweis kann man ihm hingegen kaum einen Strick drehen. Während 2019 für viele Grossbanken ein anspruchsvolles Jahr in hartem Umfeld war, wird CS am 13. Februar aller Voraussicht nach einen Gewinn von rund 3,5 Mrd. Fr. ausweisen. Das sind fast 1,5 Mrd. Fr. mehr als 2018. Das letzte Mal hat die Bank 2010 mit knapp über 5 Mrd. Fr. mehr unterm Strich verdient.

Wie hat CS das unter Thiam geschafft? Die einfache Antwort: vor allem mit einem Sparprogramm, das sich gewaschen hat, und dank Sondergewinnen aus dem Verkauf von Tafelsilber. Die Ausgaben der Bank sind nach Thiams abgeschlossener Restrukturierung mehr als ein Drittel tiefer als bei seinem Antritt. Über 500 Mio. Fr. sind allein dieses Jahr weggefallen. Zudem hat die Bank im dritten Quartal mit dem Verkauf des InvestLab an die Allfunds Group satte 327 Mio. Fr. eingenommen. Weitere Millionen aus dem Verkauf sollen 2020 verbucht werden.

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Leser-Kommentare

Markus Fischer 04.02.2020 - 20:05
Als Aktionär kann ich nicht verstehen, wieso der Bonuspool größer oder praktisch gleich groß ist wie der Gewinn bei einer Strategie ohne große unternehmerische Leistungen, denn Kosten sparen und Tafelsilber verscherbeln zähle ich nicht dazu! Dafür ist insbesondere beim Topmanagement der Fixlohn inkl. Spesen & Vorsorgegelder ausreichend, ein solch hoher leistungsbezogener Bonus unangebracht. Im Verhältnis zur Performance der Aktie seit… Weiterlesen »