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ThyssenKrupp hält an Börsenplänen für Aufzugssparte fest

«Eine Minderheit soll an die Börse», so untermauert CEO Guido Kerkhoff das Vorhaben. Spekulationen über einen Verkauf der Aufzugssparte haben die Aktien beflügelt.

(Reuters) Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hält an seinen Plänen für einen Teil-Börsengang der lukrativen Aufzugssparte fest. «Eine Minderheit wollen wir an die Börse bringen», sagte der Manager am Mittwoch auf einer Veranstaltung der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf. Auf die Frage, ob auch ein Verkauf der Sparte in Frage komme, antwortete er: «Es gibt nichts Neues zu berichten.» Spekulationen über einen Verkauf der Aufzugssparte hatten zuvor die Thyssenkrupp-Aktien beflügelt.

Das Papier kletterte zeitweise um 9%, nachdem der «Platow Brief» ohne Angabe von Quellen berichtet hatte, dass der finnische Konkurrent Kone (KNEBV 51.2 -1.5%) ein Übernahmeangebot vorbereite. Es gebe bereits Zusagen von Finanzierungspartnern. Thyssenkrupp und Kone wollten dies nicht kommentieren. Kone hatte sich bereits früher für das Geschäft von Thyssen interessiert.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Mitte Mai von mehreren mit der Situation vertrauten Personen erfahren, dass Kone ein Angebot auslote und dabei mit der Bank of America (BAC 26.79 -1.76%) Merill Lynch zusammenarbeite. Der Wert der Sparte wird auf rund 14 Mrd. € geschätzt.

Diese hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von 7,6 Mrd. € erzielt und eine operative Umsatzrendite von 11,5% erreicht. Thyssenkrupp ist in dem Geschäft die weltweite Nummer vier, hinter Marktführer Otis, Schindler (SCHP 210.6 0.14%) aus der Schweiz und Kone.

Kerkhoff hatte Mitte Mai nach Widerstand der EU-Kommission die Pläne für ein Stahl-Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel und die angestrebte Konzernaufspaltung aufgegeben und stattdessen den Teil-Börsengang der Aufzugssparte, Kostensenkungen und den Abbau von 6000 Stellen angekündigt. «Wir wollen das Stahlgeschäft selbst voranbringen», sagte der Manager am Rande der Veranstaltung Reuters.

Derzeit ist die Lage der Branche Kerkhoff zufolge aber schwierig. Die Stahlpreise seien gefallen, die Rohstoffkosten gestiegen, so dass derzeit kaum ein Stahlhersteller in Europa Geld verdiene. Eine Änderung dieser Tendenz sei derzeit nicht erkennbar.

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