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ThyssenKrupp kämpft mit Einbussen

Der vor einer Aufspaltung stehende Mischkonzern meldet einen deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal seines Geschäftsjahres.

(Reuters) ThyssenKrupp-Chef Guido Kerkhoff kämpft vor der geplanten Aufspaltung des Mischkonzerns mit Einbussen und zunehmenden Risiken für die Konjunktur. Das Unternehmen bestätigte zwar am Dienstag seine Prognose für steigende Gewinne im Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September), fügte jedoch hinzu: «Gleichzeitig nehmen aber konjunkturelle und politische Unsicherheiten zu.» Operativ fuhr der Konzern im ersten Quartal einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 333 Mio. € ein – ein Minus von 26%.

Kerkhoff hob hervor, dass der Mischkonzern mit rund 160.000 Beschäftigten beim Auftragseingang und beim Umsatz zulegen konnte. Auch der Überschuss sei mit 145 Mio. € höher ausgefallen als im Vorjahr. Damals war das Ergebnis durch die Steuerreform in USA belastet worden. Kerkhoff hatte allerdings bereits auf der Hauptversammlung am 1. Februar die Anleger auch auf Einbussen vorbereitet. Das bereinigte Ebit sei zum Auftakt des Geschäftsjahres «erwartungsgemäss unter dem hohen Wert des Vorjahres» ausgefallen, bekräftigte er nun.

Ergebnis der Stahlsparte bricht ein

Das Geschäft mit Autoteilen schwächelte ebenso wie der seit Jahren kriselnde Anlagenbau, der mit einem Fehlbetrag von 13 Mio. € in die Verlustzone rutschte. Das Ergebnis im Werkstoffhandel schmolz mit 22 Mio. € auf weniger als die Hälfte zusammen und selbst die lukrative Aufzugssparte fuhr mit 204 Mio. € 16 Mio. € weniger als zuvor ein. Die Stahlsparte, die in ein Joint Venture mit Tata Steel abgestossen werden soll, kam gerade noch auf ein operatives Ergebnis von 38 Mio. €. Vor Jahresfrist war es mehr als viermal soviel gewesen. Sie hatte im Herbst mit Lieferschwierigkeiten wegen des Rhein-Niedrigwassers zu kämpfen.

Kerkhoff kündigte an, dass bei den neuen Unternehmen – eines für Werkstoffe und eines für Industriegüter – die Verwaltung gestrafft und die Zahl der Vorstandsressorts auf je drei begrenzt wird. «Die bisherige Matrixstruktur wird aufgelöst. Künftig wird es neben den Geschäftsbereichen auf Headquarter-Ebene keine Regionalstruktur geben.» Investoren hatten immer wieder die hohen Verwaltungskosten kritisiert. Im Geschäftsjahr 2020/2021 sollen diese für beide Unternehmen insgesamt bei unter 300 Mio. € liegen, nach zuletzt rund 380 Mio. €.

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