Märkte / Aktien

Tiefroter Jahresauftakt an den Börsen

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben die globalen Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt und den Börsen den schwächsten Jahresauftakt seit Jahren gebracht.

(Bloomberg/CD) Die globalen Aktienmärkte haben am ersten Handelstag des neuen Jahres einen Rückschlag erlitten. Schwache chinesische Konjunkturdaten heizten Sorgen über den wirtschaftlichen Zustand des Landes an.

Der Caixin-China-Manufacturing-Einkaufsmanagerindex hatte den fünften Monat in Folge eine Schrumpfung der chinesischen Industrie gezeigt. Mit einem Rückgang von 48,6 auf 48,2 war er zudem unter den erwarteten 48,9 Punkten geblieben. Die chinesischen Börsen waren daraufhin eingebrochen. Nach über 7% Verlust im Index CSI 300 wurde der Handel eingestellt. Hinzu kamen die Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien in der ohnehin schwierigen Lage im Nahen Osten.

Ebenfalls schwache Konjunkturdaten aus den USA

Auch der nationale Einkaufsmangerindex für die USA blieb unter der Kontraktionsschwelle von 50. Mit 48,2 verfehlte der ISM im Dezember zudem die Prognose von 49 Punkten. «Die Zahl ist enttäuschend und dürfte die Sorgen um eine anhaltende Industrieschwäche kaum mildern», schrieb Volkswirt Ralf Umlauf von Helaba in einer Einschätzung.

Ob die Korrektur auf ein schwaches Gesamtjahr hindeutet, bleibt abzuwarten. Analyst Berndt Fernow von der LBBW wies in einem Kommentar auf eine ähnliche Schwäche am 5. Januar des vergangenen Jahres hin und riet zu Gelassenheit: «Das konstruktive konjunkturelle und monetäre Umfeld spricht im Jahr 2016 ebenso für Aktien wie die ausbaufähigen Bewertungsrelationen und das intakte Vertrauen der institutionellen Anleger.»

Der Stoxx Europe 600 sank um 2,7% auf 355,9 Punkte, der Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3596.51 -0.08%) fiel um 3,4% auf 3155 Zähler. Zu den grössten Verlierern gehörten mit den Auto- und den Chemiewerten Branchen, die stark von der Entwicklung Chinas abhängen.

Vor allem Zykliker leiden unter Abgaben

Der Dax (DAX 12669.73 -0%) büsste angesichts der hohen Gewichtung zyklischer Titel 4,3% ein und schloss auf 10’283 Punkten. Zu den Verlierern gehörten Aktien der ThyssenKrupp (TKA 13.295 0.8%), die um 3,8% absackten. Konzernchef Heinrich Hiesinger hat in der «Welt am Sonntag» von der schwierigen Lage der Branche gesprochen und hält eine weitere Konsolidierung für möglich. Zudem standen Autowerte wie BMW (BMW 67.66 0.79%) mit 5,1% Abschlag unter Druck, während die Versorger ihre Talfahrt ungebremst fortsetzten. Vergleichsweise stabil waren dagegen die Valoren der Lufthansa (LHA 15.575 1.66%) mit 1,3% Verlust. Das Unternehmen will in diesem Jahr über 4000 Mitarbeiter einstellen.

Swatch und Richemont gehören zu den grössten Verlierern

Der Schweizer SMI (SMI 10037.47 0.05%) verlor 1,8% und schloss auf 8656 Punkten. Unter Druck standen die Titel der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 266.3 0.41%) und Richemont (CFR 74.4 1.2%), die stark von der Lage Chinas abhängen. SGS (SGSN 2461 0.12%) hat mit Accutest Laboratories einen weiteren Zukauf durchgeführt. Die Analysten von Vontobel (VONN 57.3 0.53%) bezeichneten die Transaktion als strategisch passend. SGS fielen im Sog des Marktes um 3%.

Bei den kleineren Werten waren Addex Therapeutics (ADXN 1.78 2.3%) mit 7% Aufschlag gefragt. Das Unternehmen hat von der US-Gesundheitsbehörde den Orphan-Drug-Status für das Präparat Dipraglurant erhalten.

Am US-Markt standen die Titel von Netflix (NFLX 286.28 0.71%) unter Druck und fielen um 6,9%. Baird hatte den Wert auf «Neutral» abgestuft und geht von einem nur noch ausgeglichenen Chance-Risiko-Verhältnis aus. Die Nachfrage nach Gold (Gold 1487.75 -0.15%) sorgte dagegen bei Newmont Mining  für 4,2% Kursgewinn.

Der Dow Jones (Dow Jones 27001.98 -0.08%) Index büsste bis Handelsschluss an den europäischen Börsen 2,5% auf 16’988 Zähler ein, während der S&P 500 (SP500 2989.69 -0.2%) um 2,5% auf 1992 Punkte nachgab. Der Nasdaq-100-Index verlor 3,1%.

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