Unternehmen / Konsum

Titlis-Bahnen leiden weiter stark unter Corona

Der Zentralschweizer Bergbahnbetreiber verzeichnet wegen der Pandemie wieder Verlust. Auf Dividende wird ebenfalls erneut verzichtet.

(AWP) Die Titlis-Bahnen (TIBN 43.40 -0.91%) wurden auch im Geschäftsjahr 2020/21 von der Coronakrise ausgebremst. Wegen der Pandemie blieben erneut vor allem die internationalen Gäste weg. Dank Kosteneinsparungen und Härtefallentschädigung konnte immerhin der Verlust eingegrenzt werden. Auf eine Dividende wird jedoch erneut verzichtet.

Der Bahnbetreiber transportierte im Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende Oktober) 505’000 Fahrgäste und damit noch einmal 15% weniger als im bereits pandemiebedingt schwachen Vorjahr, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Vor der Krise, im Geschäftsjahr 2018/19, hatten die Titlis-Bahnen mit 1,24 Mio.  Passagieren noch einen Besucherrekord erzielt.

Das Wegbleiben internationaler Gäste, behördlich verordnete Schliessungen, massive Einschränkungen der Gastronomieangebote und Investitionen in Schutzmassnahmen hätten den Betrieb am Titlis zu einer ständigen Herausforderung gemacht, bilanziert das Unternehmen das Geschäftsjahr.

Härtefallentschädigungen federn Verlust ab

Der Verkehrsertrag sank vor diesem Hintergrund gut 26% auf 17,3 Mio. Fr. In der Folge ging auch der Ertrag der Restaurants und Hotels gut 35% auf 5,2 Mio. zurück.

Immerhin lag der Betriebsaufwand mit 29,6 Mio. Fr. gut 10% tiefer. Sparmassnahmen, ein «striktes» Kostenmanagement, Kurzarbeitsentschädigung und massgeblich auch die Corona-Härtefallentschädigung über 10 Mio. Fr. hätten den Verlust in Grenzen gehalten. Unter dem Strich blieb gleichwohl ein Minus von 5 Mio. Fr. – im Vorjahr lag der Verlust noch bei 14,6 Mio. Fr.

Der Verwaltungsrat empfiehlt vor diesem Hintergrund wie schon im Vorjahr, auf eine Dividende zu verzichten.

Start in neue Geschäftsjahr geglückt

Immerhin scheint das neue Geschäftsjahr 2021/22 trotz der noch immer nicht überstandenen Pandemie bisher positiv zu verlaufen. Das Unternehmen spricht von einem «vielversprechenden» Start. So lagen die Ersteintritte von Anfang November bis Ende Dezember knapp 24% höher als im Vorjahr

Die Rückkehr zu interkontinentalen Reisen und damit zu einem vollständig globalisierten Tourismus werde die Titlis-Bahnen aber noch lange beschäftigen. Zwar könne die Nachfrage aus Indien und den Golfstaaten rasch wieder ansteigen, die Nachfrage aus den USA werde sich aber verzögern, heisst es.

Und noch länger muss der Bahnbetreiber gemäss eigener Einschätzung wohl auf die so wichtigen chinesischen Gäste verzichten.