Unternehmen / Schweiz

Topmanager verdienen wegen der Pandemie weniger

Schweizer CEO mussten 2020 mit etwas weniger Lohn auskommen. Ihre Bonuspakete sind aber kaum tangiert.

Die obersten Chefs spüren die Auswirkungen der Pandemie, wo es am meisten schmerzt: auf dem eigenen Bankkonto. So musste ein Konzernchef aus dem Blue-Chip-Index SMI im Pandemiejahr auf durchschnittlich 3,5% Lohn verzichten, sein Kollege in einem kleineren Unternehmen aus dem SPI auf etwa gleich viel. Darben müssen deswegen beide nicht. Im Schnitt hat ein SMI-CEO im Pandemiejahr 6,9 Mio. Fr. verdient, einer aus dem SPI rund 2,5 Mio. Fr.

Die Zahlen zusammengetragen hat die auf Vergütungsfragen spezialisierte Beratungsfirma HCM International, nach Auswertung der Vergütungsberichte und der GV-Einladungen von 211 kotierten Unternehmen. Auch übrige Topmanager aus den Geschäftsleitungen mussten einen Lohnverzicht in ähnlichem Rahmen üben wie ihre Chefs. VR-Präsidenten müssen hingegen kaum leiden. Bei den bislang fünfzehn ausgewerteten SMI-Firmen erhielten die obersten Aufseher gar 1,6% mehr und kamen durchschnittlich auf ein Honorar von 2,1 Mio. Fr.

Nur knapp ein Zehntel aller Gesellschaften hat die Bezüge des Präsidenten überhaupt gekürzt, wobei es sich mehrheitlich um kleinere Unternehmen handelt. Kam es zu Kürzungen, so blieb das Grundgehalt der Manager grundsätzlich unangetastet. Beschnitten wurden meist die Kurzfristboni, die auf ein einzelnes Geschäftsjahr ausgelegt sind. Die langfristige Vergütung, die zugesprochene Aktienpakete umfasst und oft am stärksten einschenkt, blieben meist unangetastet. Teils kam es – wie beim krisengeschüttelten Flughafen-Retailer Dufry – sogar zu Sonderzahlungen für ausserordentliche Leistungen.

Der Verzicht der Topmanager im Covid-Jahr dürfte sich mit Blick auf ihre gesamten Lohn- und Bonuspakete über mehrere Jahre stark in Grenzen halten. Die allermeisten Firmen sahen sich auch nicht veranlasst, wegen der Ausnahmesituation grundsätzliche Änderungen an ihrem Lohn- und Bonussystem vorzunehmen. Einzig die Nachhaltigkeit bzw. ESG-Themen wurden in den Vordergrund gerückt und dürften künftig stärker in die Lohnsysteme integriert werden.

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