Meinungen

Trading-Tipp

Per 20. September fliegen Swatch Group aus dem SMI. Seit der Ankündigung Mitte Juni sind sie stärker gefallen als Richemont. Und jetzt? Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Ich bin kein Wahrsager. Doch es ist recht wahrscheinlich, dass die Swatch-Group-Aktien am 20. September unter Druck geraten.»

Der Swiss Market Index (SMI) ist zwar ein Auslaufmodell, ist viel zu wenig breit aufgestellt, sollte mehr Mitglieder haben und taugt als Leitindex deshalb wenig. Dennoch schmerzt es, wenn man es nicht schafft, sich sozusagen in der obersten Spielklasse zu halten und deshalb absteigen muss. Das spürt auch Swatch Group (UHR 251.00 +0.28%). Dem Unternehmen von Nick Hayek wurde Mitte Juni mitgeteilt, dass seine Aktien ab dem 20. September nicht mehr im SMI (SMI 11'961.34 +0.58%) dabei sein werden.

Es ist oft schwer zu sagen, was genau für Kursverluste verantwortlich ist. Auch der Ausschluss aus einem Index ist nicht automatisch ein Grund für deutliche Einbussen. Doch seit der Ankündigung haben Swatch Group über 20%, die Papiere des Konkurrenten Richemont (CFR 109.90 +1.2%), die im SMI bleiben, dagegen nur rund 10% verloren. Das kann durchaus ein SMI-Effekt gewesen sein.

Doch jetzt kommt das Interessante, was ich Ihnen bereits im Kommentar am 9. Juli ans Herz gelegt hatte. Ich bin kein Wahrsager, doch es ist recht wahrscheinlich, dass die Swatch-Group-Aktien am 20. September unter Druck geraten werden. ETF und andere Produkte, die auf dem SMI basieren, müssen am Stichtag angepasst und die Titel daher am Stichtag verkauft werden. Das war in der Vergangenheit beispielsweise so, als Adecco (ADEN 48.71 +0.7%) aus dem SMI ausschieden.

Also (ALSN 283.50 +1.25%), falls die Valoren des Uhrenherstellers am Montag dem Gesamtmarkt deutlich hinterherhinken, dann ist es meines Erachtens ein günstiger Moment, sie zu kaufen. Die Bewegung ist kurzfristiger Natur. Die langfristigen Aussichten der Bieler hingegen sind intakt. Wenn Sie, wie ich, Swatch Group eine gute Zukunft attestieren, dann greifen Sie am Montag über 30% unter dem Jahreshöchst und dann möglicherweise noch mit Spezialrabatt zu.