Eine Seefahrt, die ist lustig, will ein Kinderlied wissen. Gewiss ist: Eine Seefahrt, die ist lukrativ. Sonst würde das Geschäft mit Kreuzfahrtschiffen nicht so wachsen. Vergangenes Jahr liessen sich 28,5 Mio. auf des Meeres Wogen Erquickung Suchende über die Ozeane schippern – das sind fast 7% mehr als im Jahr zuvor, wie die Branchenorganisation Cruise Lines International Association errechnet hat. Das Kreuzfahrtsegment macht zwar nur 2% des ganzen weltweiten Tourismus aus, ist jedoch vergangenes Jahr etwas schneller gewachsen als der gesamte Fremdenverkehr (+6%; übrigens sind auch die hier nicht inbegriffenen Flussfahrten in Mode). Besonders beliebt ist die kreuzfidele Kreuzfahrerei – der Begriff stammt vom niederländischen Seemannsverb «kruisen», kreuzen, im Zickzack fahren, wie es Segelschiffe der willkürlichen Winde wegen eben müssen – in Nordamerika. Fast die Hälfte der Buchungen kam 2018 von dort, Europa folgt mit einem Viertel und Asien mit einem Fünftel. So überrascht es denn auch nicht, dass 11,3 Mio. Passagiere durch die Karibik «cruisten»; über 1 Mio. fuhr zudem in die frostigen Gewässer vor Alaska. Gut 4 Mio. gondelten durchs Mittelmeer. Die kolossalen Komfort-Korvetten sind an den Küsten nicht mehr überall gerne gesehen. Für Hafenstädte wie Dubrovnik, Palma de Mallorca oder Venedig sind sie unterdessen eher ein Kreuz als fidel.