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Treibstoff für die Uhrenbranche

Der US-Uhrenhersteller Fossil geht in der Schweizer Anlagewelt oft vergessen. Doch für die Form von Swatch Group und Richemont ist er ein Gradmesser.

Jan Schwalbe

Das erste Quartal war für den texanischen Uhrenhersteller Fossil (FOSL 13.13 -1.94%), der seinen Europasitz in Basel hat, ein grosser Erfolg. Der Umsatz stieg von 589 auf 681 Mio. $ und der Gewinn je Aktie um 30% auf 1.21 $. Das lag deutlich über den eigenen und auch den Erwartungen der Analysten. Das liess die Anleger nicht kalt. Die Aktien stiegen am Dienstag in New York nach der Veröffentlichung des Ergebnisses um über 7%. Und die Schweizer Uhrentitel? Fehlanzeige. Sowohl Richemont (CFR 80.76 0.75%) als auch Swatch Group (UHR 284.8 0.53%) bewegten sich nur leicht.

Kaufgelegenheit

Das sieht nach einer verpassten Chance aus. Aus dem Ergebnis von Fossil lassen sich durchaus positive Schlüsse für die Schweizer Konkurrenten ziehen. Nicht nur scheint die Nachfrage nach Uhren ungebrochen. Auch hat Fossil den Umsatz in Asien, wo der Motor der Branche in den letzten Monaten stotterte, um 13% verbessert. Starke Uhrenabsatzzahlen werden als Grund angeführt. Besonders für Swatch Group, die mit ihrer Marke Swatch in einem ähnlichen Preissegment wie Fossil angesiedelt ist, ist das frohe Kunde.

Und nächste Woche?

Doch auch für Richemont, deren Marken mehrheitlich zum Luxussegment zählen, verheisst das Gutes. Am 16. Mai veröffentlicht sie das Ergebnis 2012/2013. Es würde nicht überraschen, wenn die Genfer mit einigen positiven Überraschungen aufwarten. Richemont ist ohnehin ein Meister im Tiefstapeln. Kurz: Chance verpasst ja, aber der Ball ist noch immer heiss und das Tor offen. Die Fossil-Zahlen zeigen, dass es sich weiterhin lohnt, sowohl in Swatch Group als auch in Richemont zu investieren.