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Damals war noch klare Ordnung: Der weisse Kolonist steuert die Transportraupe, die schwarzen Helfer, mit nicht viel mehr als einem Tuch um die Lenden, mühen sich am gefällten Stamm ab. So ging es noch in den Fünfzigerjahren zu in den tropischen Wäldern von Río Muni, einem schäbigen Rest des einstigen spanischen Weltreichs. Die Ordnung ist auch heute noch klar: Präsident Teodoro Obiang Nguema soll ein Vermögen von etwa 600 Mio. $ horten, die meisten der vielleicht 1,2 Mio. Landsleute – die Schätzungen gehen weit auseinander – von Äquatorialguinea dagegen besitzen nur etwa das Nötigste. Edle Tropenhölzer und Erdöl sind wichtige Einnahmequellen der herrschenden Sippe. Als die Spanier das Gebilde Äquatorialguinea (bestehend aus dem Festlandteil Río Muni und der Insel Fernando Póo) schufen und 1968 als Republik in die Unabängigkeit entliessen, kam Francisco Macías Nguema an die Macht. Er war brutal, kleptokratisch, korrupt. Sein Neffe Teodoro Obiang Nguema stürzte den bösen Onkel 1979 und liess ihn hinrichten. Das Blutrünstige, Macht- und Geldgierige scheint allerdings zählebig familientypisch zu sein. Der Sohn des heutigen Diktators, Teodorín Nguema Obiang – auch kein Zartfühlender –, dürfte dereinst Papas Nachfolge antreten.
Anno 1916 liessen sich übrigens Angehörige der deutschen Schutztruppe Kameruns in Río Muni (heute Mbini) und auf Fernando Póo (Bioko) von den neutralen Spaniern internieren, um sich nicht den Alliierten ergeben zu müssen. Manche Landser bekehrten sich zu «Make love not war». So kommt es, dass einige Äquatorialguineer deutsche Ahnen und Namen haben. Unter anderem auf der Farm Frauendorf auf Bioko.

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