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Trotz Zollstreit gute Wirtschaftsaussichten in den USA

Dem jüngsten Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed zufolge wird von einem weiterhin moderaten Wachstumstempo ausgegangen.

(Reuters) Trotz Sorgen wegen des Zollkonflikts sind die kurzfristigen Aussichten für die US-Wirtschaft laut dem jüngsten Konjunkturbericht der Notenbank durchaus positiv. Die Wirtschaft habe zwischen Mitte Mai und Anfang Juni weiter mit gemässigtem Tempo zugelegt, teilte die Zentralbank Fed am Mittwochabend in ihrem «Beige Book» mit. Die von der Fed befragten Wirtschaftskontakte gingen auch für die kommenden Monate von einem weiter moderaten Wachstumstempo aus: «Und dies trotz weit verbreiteter Sorgen über mögliche negative Folgen der mit dem Handel verbundenen Unsicherheit», heisst es in dem Bericht.

Diese Sorge griff auch die Chefin des Fed-Bezirks Kansas City, Esther George, auf: Sie sagte auf einer Agrar-Konferenz, die grössten Abwärtsrisiken für die US-Wirtschaft rührten von der Unsicherheit um den Zollkonflikt und der globalen Konjunkturabkühlung her. Sie sei bislang Befürworterin stabiler Zinsen gewesen. Doch könne sie ihre Ansichten ändern, sollten einige der Risiken auf die Wirtschaft durchschlagen.

Für das zweite Quartal rechnen Ökonomen mit einem deutlich langsameren Wachstumstempo. Demnach dürfte die Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet nur noch um 1,9% zugelegt haben, nach einem Plus von 3,1% zu Jahresbeginn. Der Fed-Ableger im Bezirk Atlanta geht sogar von nur 1,6% aus. Die US-Notenbank ist vor diesem Hintergrund zu einer Zinssenkung bereit. Die Finanzmärkte rechnen bereits für das Monatsende mit einem ersten Schritt nach unten. Derzeit liegt das Zinsniveau in einer Spanne von 2,25 bis 2,5%.

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