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Trump-Berater an der Spitze der Entwicklungsbank IDB

Die Interamerikanische Entwicklungsbank soll erstmals von einem US-Amerikaner geleitet werden. Trumps Nominierung sorgt für Kritik.

(Reuters) Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) wird erstmals in ihrer 61-jährigen Geschichte von einem US-Amerikaner geleitet. Der Lateinamerika-Berater von US-Präsident Donald Trump, Mauricio Claver-Carone, wurde am Samstag mit rund 66% der Stimmen in das Amt gewählt. Er soll den Posten zum 1. Oktober antreten.

Seit der Gründung 1959 kam der Vorsitzende der IDB, die zu den wichtigsten Kreditgebern zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in Lateinamerika gehört, stets aus der Region. Trumps Entscheidung, einen US-Bürger zu nominieren, sorgte denn auch bei mehreren Staaten der Region und bei der Europäischen Union für Kritik. Argentinien, Mexiko, Chile und Costa Rica versuchten zunächst, eine Verschiebung der Wahl auf den Weg zu bringen. Sie fanden dafür aber nicht die ausreichende Mehrheit.

Trump versucht verstärkt einen Zugriff auf das rohstoffreiche Lateinamerika zu bekommen und damit auch das aufstrebende China abzuwehren. Zahlreiche Staaten wollten aber, dass der einflussreiche Posten von jemanden aus ihren Reihen besetzt wird. Letztlich erhielt Claver-Carone aber die Zustimmung von 30 der 48 Mitgliedsländer, darunter von 23 Ländern aus der Region.

16 Länder enthielten sich nach Angaben von Insidern der Stimme. Das argentinische Außenministerium dankte nach dem Votum Chile, Mexiko, Peru, Trinidad & Tobago sowie der EU dafür, die Entscheidung einer Enthaltung mitgetragen zu haben.

Claver-Carone hat erklärt, nur für eine Amtszeit von fünf Jahren zur Verfügung zu stehen. Grundsätzlich können Amtsinhaber wiedergewählt werden.

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