Märkte / Makro

Trump droht China mit weiteren Strafzöllen

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, per 1. September Importe aus China im Volumen von 300 Mrd. $ mit einem Zoll von 10% zu belegen. Die Märkte geben nach.

(Reuters) Im Handelsstreit mit China erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf die Volksrepublik. Von September an würden chinesische Importwaren im Volumen von 300 Mrd. $ mit einem Zoll von 10% belegt, kündigte Trump am Donnerstag an. Der US-Präsident kritisierte auf Twitter (TWTR 29.79 2.13%), die Chinesen hätten ihre Zusage nicht eingehalten, mehr US-Agrarprodukte zu kaufen.

Die Handelsgespräche mit China gingen dennoch weiter. «Wir freuen uns darauf, den positiven Dialog mit China über eine umfassende Handelsvereinbarung fortzusetzen». Er habe das Gefühl, dass beide Länder eine glänzende gemeinsame Zukunft hätten. Seine Zollankündigung schickte die US-Börsen aber auf Talfahrt.

Während die Gespräche mit China weitergingen, würden die USA «einen kleinen zusätzlichen Zoll von 10% auf die verbleibenden 300 Mrd. $ schweren Einfuhren aus China in die USA erheben». Davon ausgenommen seien jene Waren im Wert von 250 Mrd. $, für die bereits Abgaben in Höhe von 25% gelten.

Trump kritisiert Chinas Präsidenten

In einer Reihe von Tweets ging Trump den chinesischen Präsidenten Xi Jinping persönlich an. Er warf ihm vor, zu wenig gegen chinesische Verkäufe des Opioids Fentanyl in die USA getan zu haben. In den USA ist die Zahl der Todesfälle durch Überdosen des Schmerzmittels stark gestiegen.

Am Mittwoch waren die erst jüngst wieder aufgenommenen Handelsgespräche zwischen den USA und China ohne erkennbare Fortschritte zu Ende gegangen. Beide Seiten bezeichneten die Unterredungen aber als konstruktiv, sie vereinbarten weitere Treffen im September. In seiner Zollankündigung brachte Trump explizit diesen Termin mit dem Start der neuen Zölle in Zusammenhang.

Die beiden grössten Wirtschaftsmächte haben sich bereits gegenseitig mit milliardenschweren Zöllen überzogen, was die Weltwirtschaft bremst. Trump wirft China Dumpingpreise, Technologieklau und andere unfaire Handelspraktiken vor. Die Volksrepublik weist die Anschuldigungen zurück. Die Regierung in Peking kritisiert zudem geschäftliche Beschränkungen für chinesische Konzerne in den USA wie für den Netzwerkausrüster Huawei, gegen den die Regierung in Washington Sicherheitsbedenken vorbringt. Zuletzt hatte es eine Ruhepause in dem Konflikt gegeben, der Chinas Wirtschaft immer stärker trifft.

An den US-Börsen drehten der Dow Jones (Dow Jones 27766.29 -0.2%) Index und der marktbreite S&P 500 (SP500 3103.54 -0.16%) nach Trumps Ankündigung ins Minus. Besonders stark lastete die Aussicht auf weitere Zölle auf Exportunternehmen wie Boeing (BA 366.44 -1.21%), dem iPhone-Hersteller Apple (AAPL 262.01 -0.45%) und Chip-Hersteller wie Intel (INTC 58.22 0.55%). Die Ölpreise gaben rund sechs Prozent nach.

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