Märkte / Makro

Trump schockt die Märkte

Sieben Grafiken zur Angst vor einer Präsidentschaft von Donald Trump: Gold, Franken, Volatilität und der Peso reagieren auf neue Umfrageergebnisse.

Die Märkte sind in Aufregung. Könnte der polternde Immobilientycoon Donald Trump doch noch Präsident werden?

Eigentlich war bis vor einigen Tagen klar: Hillary Clinton wird nächste Woche zur Präsidentin der USA gewählt. Zwar gab es ein paar warnende Stimmen, dass eine Überraschung wie bei der Brexit-Abstimmung noch möglich sei. Doch viele Beobachter gaben Donald Trump keine Chance mehr.

Vergangene Woche wurde dann bekannt, dass das FBI noch einmal die E-Mail-Affäre von Clinton aufarbeiten will. Die Untersuchungen schienen zuvor abgeschlossen.

Anfang dieser Woche folgte dann eine Überraschung: In einer Umfrage des Senders ABC liegt Trump nun erstmals vor Clinton in den Umfragen. Die Wähler reagieren anscheinend pikiert auf die Aussicht auf neue Skandale von Clinton.

Dabei ist Hillary Clinton immer noch klare Favoritin. Gemäss Zahlen des Wettbörsenbetreibers PredictWise liegt die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs von Clinton immer noch bei 85%.

Zum einen zeigen andere Umfragen Clinton noch vor Trump. Zum anderen gibt es das Wahlmännersystem: Das Volk wählt nicht direkt den Präsidenten, sondern die Mehrheit der Vertreter der Bundesstaaten bestimmt im Regelfall darüber, wer neuer Regierungschef wird. Und hier kann Clinton nach Umfragen eine deutliche Mehrheit der Wahlmänner hinter sich vereinen.

Trotzdem sind die Aktienmärkte unter Druck. Und die Anleger sichern sich gegen Kursverluste ab. Das zeigt der Vix-Index: Er misst die erwartete Volatilität des US-Aktienmarktes, basierend auf den Preisen von Call- und Put-Optionen.

Nachdem dieser Angst-Index über die vergangenen Monate auf einem tiefen Niveau notierte, zeigen sich die Märkte zunehmend verunsichert. Die erwartete Volatilität ist von 14 auf über 18% gestiegen.

Direkt betroffen von Trumps Rhetorik ist der mexikanische Peso. Der Präsidentschaftskandidat will nicht nur eine Mauer bauen, um illegale Einwanderer aus dem südlichen Nachbarland zu stoppen. Er hinterfragt auch den Sinn der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta.

Seit Anfang Jahr hat sich der Peso mehr als 10% abgewertet.

Für Mexiko sind die USA der wichtigste Handelspartner. Dorthin gehen über 73% der mexikanischen Exporte.

Auch der Risikoschutz Nummer eins, das Edelmetall Gold, ist gefragt. Der Goldpreis hat über die vergangenen Tage zusammen mit den Umfrageergebnissen von Trump angezogen. Der Preis liegt nun nur noch knapp unter 1300 $ je Unze. Zuvor hatte die Aussicht auf eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank den Goldpreis unter Druck gesetzt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 5'560.00 +1.83%)) könnte wegen der neuen Popularität von Donald Trump mehr zu tun bekommen. Der Franken hat sich aufgewertet und notierte am Dienstag so stark wie zuletzt im Juli. Momentan liegt der Wechselkurs auf 1.0776 Fr./€. Unter Marktteilnehmern wird angenommen, dass die SNB unter einem Kurs von 1.08 Fr./€ anfängt zu intervenieren.