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Trump teilt vor G-7-Gipfel aus

Kurz vor Beginn des G-7-Gipfels in Charlevoix wirft der US-Präsident der EU und Kanada hohe Zölle vor.

(Reuters) US-Präsident Donald Trump hat kurz vor dem G7-Gipfel die EU und Kanada wegen ihrer Handelspolitik scharf kritisiert. Die Länder verlangten hohe Zölle und hätten andere Handelsbarrieren errichtet, erklärte Trump am Donnerstag auf Twitter (TWTR 43.24 1.12%).

Dies sei gegenüber amerikanischen Bauern, Arbeitern und Unternehmen unfair. Würden Zölle und Handelshürden nicht abgebaut, würden die USA mit härteren Massnahmen reagieren. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der kanadischen Regierungschef Justin Trudeau hatten bei einem Treffen die US-Handelspolitik kritisiert. Macron sagte mit Blick auf Trump: «Niemand von uns währt ewig.»

Die sieben G7-Staats- und Regierungschefs treffen sich am Freitag und Samstag in Charlevoix am Sankt-Lorenz-Strom. Der Streit über die Handelspolitik und besonders die US-Zölle auf Stahl und Aluminium dürften das beherrschende Thema sein.

Die Staatengruppe ist deswegen so gespalten wie noch nie in ihrer 42-jährigen Geschichte. Weil die Standpunkte der US-Regierung und der übrigen G7-Mitglieder Kanada, Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Italien und Japan so weit auseinander liegen, wird nicht mit einer Einigung gerechnet.

Trump warf Trudeau vor, «empört» zu sein und in der Diskussion auf die langen Beziehungen zwischen den USA und Kanada zu verweisen. «Aber er erwähnt nicht, dass sie von uns bis zu 300% auf Milchprodukte verlangen», schrieb er auf Twitter.

Dies schade den Bauern und töte die US-Agrarindustrie. Kanada ist mit den USA nicht nur wegen der geografischen Nähe wirtschaftlich besonders eng verwoben, sondern auch, weil die Länder mit Mexiko die Freihandelszone Nafta bilden. Unterhändler der drei Staaten verhandeln seit Monaten über eine Reform des Abkommens. Sie wird von Trump gefordert.

Trotz engem Verhältnis keine Zugeständnisse

Für die erhöhten Einfuhrabgaben auf Stahl und Aluminium greift Trump auf ein Sicherheitsgesetz zurück, das er nach eigenen Worten auch gegen importierte Autos einsetzen könnte. Dies würde besonders deutsche Hersteller wie Daimler (DAI 47.255 0.07%) oder BMW (BMW 64.53 0%) treffen. Trump sprach das Thema auch am Donnerstag bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe an und forderte Autokonzerne zu Investitionen in US-Werke auf.

Abe hat versucht, ein enges persönliches Verhältnis zu Trump aufzubauen. Der US-Präsident zeigt sich dennoch kompromisslos. Auch Macron hat mit Blick auf Trump von einem Freund gesprochen.

Bei seinem Besuch am Donnerstag signalisierte er jedoch, dass die anderen Staaten nicht einknicken wollen. «Wir haben nichts dagegen, notfalls nur sechs zu sein.» Die sechs Staaten stünden für Werte, Märkte und verfügten international über viel Einfluss.

Allerdings gibt es schon in der EU keine einheitliche Linie. So hat sich die Bundesregierung versöhnlicher gezeigt und will einen Kompromiss mit den USA erreichen – auch weil zusätzliche Zölle die deutsche Autobranche als Schlüsselindustrie empfindlich treffen könnten.

Daneben dürfte Italien zurückhaltender auftreten. Einem Insider zufolge will der politisch unerfahrene Ministerpräsident Giuseppe Conte in Quebec vorsichtig agieren, um die «Dynamik der Gruppe» zu ergründen und den Dialog mit der US-Regierung nicht zu verbauen.

Der G7-Gipfel beginnt am Freitagmittag mit der Ankunft der Staats- und Regierungschefs. Darauf folgt um 12.30 Uhr (18.30 Uhr MESZ) ein Arbeitsessen. Trump wird das Treffen noch vor dem offiziellen Ende am Samstag verlassen und sich nach Angaben des Präsidialamtes auf den Weg nach Singapur machen. Dort trifft er am Dienstag den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un.

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