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Trump: ZTE soll «zurück ins Geschäft»

US-Präsident Donald Trump geht vor Handelsgesprächen auf China zu. Er will bei der Rettung des chinesischen Technologiekonzern ZTE helfen.

(Reuters) Kurz vor den Handelsgesprächen mit China will US-Präsident Donald Trump den mit einem Lieferverbot ins Aus getriebenen Technologiekonzern ZTE (763 1.61 -5.29%) aus der Volksrepublik wieder zurück ins Rennen holen. Er werde dabei helfen, ZTE «zurück ins Geschäft zu bringen, schnell», schrieb Trump am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter (TWTR 43.42 -0.05%). Zusammen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping arbeite er an einer Lösung. «Zu viele Jobs in China verloren.» Er habe das Handelsministerium angewiesen, dem Unternehmen zur Seite zu stehen.

Woher der Meinungsumschwung rührte, wurde zunächst nicht klar. Allerdings liessen die Aussagen von Trump die Sorgen vor einem Handelskrieg mit China in den Hintergrund treten. Der japanische Nikkei-Index stieg um 0,5% auf 22.865,86 Punkte. Am Donnerstag und Freitag finden in der US-Hauptstadt Washington Gespräche auf höchster Ebene statt, die eine Eskalation der Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden weltgrössten Volkswirtschaften verhindern sollen.

Der Handy- und Netzwerkbauer ZTE hat einen Grossteil seiner Aktivitäten eingestellt, nachdem das US-Handelsministerium amerikanischen Firmen wie Intel (INTC 51.91 -0.13%) oder Qualcomm verboten hatte, für sieben Jahre Bauteile und Software an ZTE zu liefern. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, gegen Iran-Sanktionen verstossen zu haben. Eine Sprecherin des US-Präsidenten bestätigte, wegen ZTE in Kontakt mit Peking zu stehen. Es gehe um faire, ausgewogene und gegenseitig förderliche Beziehungen. Insidern zufolge hatten chinesische Handelsvertreter die USA darum gebeten, die Sanktionen gegen ZTE zu lockern.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat sich zuletzt immer weiter verschärft. Beide Staaten belegen sich mit gegenseitigen Zöllen im Milliardenumfang. Weltweit tätige Zulieferer sorgen sich um ihre Geschäfte und Investoren sind zunehmend zurückhaltend.

ZTE hatte den Verstoss gegen Iran-Sanktionen zugegeben, war dann allerdings laut dem US-Handelsministerium Auflagen nicht nachgekommen wie der Entlassung und Bestrafung verantwortlicher Mitarbeiter. ZTE ist nach Huawei der zweitgrösste Smartphonehersteller Chinas.

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