Der x-te Hollywood-Streifen über Pearl Harbor, Midway, Iwo Jima? I wo! Hier kreuzt die japanische Marine unserer Tage, in den Gewässern vor Tokio. Russlands barbarischer Überfall auf die Ukraine bestätigt die Regierung in Tokio darin, die nationale Sicherheitsstrategie gehörig zu überarbeiten; dieser Prozess ist ohnehin seit wenigstens einem Jahrzehnt im Gang. Das im Zweiten Weltkrieg besiegte Japan begann 1954 damit, neue Streitkräfte aufzubauen. Es hat dabei verfassungsgetreu lange eine strikt defensive Doktrin verfolgt und Heer, Marine und Luftwaffe dementsprechend ausgerüstet. Doch seit einigen Jahren wird die Schlagkraft verstärkt, die Kapazitäten werden vielseitiger. Ein Muss, denn Japan liegt in einer brandgefährlichen Weltgegend. Auf dem Festland vis-à-vis hocken Nordkoreas Raketen-Kim, Chinas Herrscher Xi, der Tag für Tag Taiwan bedroht, und Russlands Despot Putin, dessen Truppen die Ukraine so verwüsten wie einst Hitlers Wehrmacht. Japan zu unterschätzen, ist riskant. Im Mai 1905 vernichtete Admiral Togo in der Seeschlacht von Tsushima ein ganzes russisches Geschwader. Diese Blamage befeuerte im Zarenreich revolutionäre Unruhen. Kurz: Man ersehnt sich schier eine starke japanische Marine.