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Märkte / Devisen

Türkische Lira im freien Fall

Seit Jahresbeginn hat die türkische Währung gegenüber dem Dollar bereits 9% verloren.

(Reuters) Die angesichts politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten angeschlagene türkische Lira markiert den fünften Tag in Folge ein Rekordtief: Der Dollar verteuert sich um 2,8% auf 3.8925 Lira. Damit summiert sich die Abwertung zum Dollar seit Jahresbeginn auf mehr als 9%. Auch zum Euro notiert die Lira auf einem Allzeittief: Ein Euro kostet am Morgen mit 4.1089 Lira so viel wie noch nie.

Die türkische Notenbank reagierte mit einer Lockerung der Anforderungen für die Mindest-Devisenreserven der Geschäftsbanken und führte dem Finanzsystem Liquidität in Höhe von 1,5 Mrd. $ zu. Anstatt die Geldpolitik direkt zu straffen, habe die Bank es vorgezogen, die Bedingungen für den Devisenhandel zu verbessern, sagte Chefökonom Ozgur Altug von BGC Partners. Dies könnte zwar als Beruhigungsmaßnahme gesehen werden. Ob damit die Talfahrt der Lira gestoppt werde, sei aber fraglich.

Die türkische Wirtschaft leidet unter eine steigenden Inflation. Da nach dem Putschversuch im Juli und einer Reihe von Anschlägen wie an Sylvester in Istanbul das wichtige Touristik-Geschäft eingebrochen ist, rechnen Experten nicht mit deutlichen Zinserhöhungen der türkischen Zentralbank. Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist im Gegenteil für niedrigere Kreditzinsen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Durch den Mangel an zinspolitischen Reaktionen bleibe der Abwertungsdruck auf die Lira erhalten, sagte Anlagestratege Erkin Isik von der Bank Turk Ekonomi.

Die Pläne der türkischen Regierung für eine Verfassungsreform, die Präsident Recep Tayyip Erdogan deutlich mehr Macht einräumen würde, nahmen am Dienstag eine erste Hürde: Im Parlament stimmte eine Mehrheit von 338 Abgeordneten dafür, die Debatte über das Vorhaben fortzusetzen.