Märkte / Devisen

Türkische Lira steckt in einer rätselhaften Aufwertungsphase

Die Landeswährung der Türkei lässt das Allzeittief hinter sich und entkoppelt sich von der Devisenentwicklung in anderen Schwellenländern.

In vielen Ländern Europas hat die Sommerferiensaison begonnen. Die Türkei gehört zu den beliebtesten Destinationen für Badeferien, zumal Fernreisen für viele Europäer in Coronazeiten nicht in Frage kommen. Das Land kann die Tourismuseinnahmen gut gebrauchen.

Seit Jahren befindet sich die Wirtschaft in desolatem Zustand. Die Inflation war schon lange vor der Pandemie auf ungesund hohem Niveau, vergangenen Monat lag die allgemeine Teuerungsrate knapp unter 18%.

Der Leistungsbilanzsaldo, welches sämtliche Exporte von Waren und Dienstleistungen den Importen gegenüberstellt, ist tiefrot. Dies ist an und für sich nicht kritisch und durchaus ein Merkmal vieler Schwellenländer, macht das Land aber abhängig von ausländischem Kapital.

Unorthodoxe Geldpolitik

Diese ausländischen Anleger ziehen allerdings seit geraumer Zeit – mit kurzen Unterbrechungen – ihr Kapital aus dem Land ab. Die Lira leidet unter dem Vertrauensverlust und befindet sich seit über zwei Jahren im Sinkflug. Die Tatsache, dass sich die designierten Notenbankchefs immer wieder nach kurzer Amtszeit die Klinke in die Hand geben, fördert das Vertrauen in die Geschicke der Wirtschaftspolitik nicht.

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