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Türkische Notenbank senkt Zins erneut

Die Zentralbank der Türkei schraubt den Hauptsatz um 3,25 Prozentpunkte auf 16,5% runter und folgt damit Erdogans Forderung nach niedrigeren Zinsen.

(Reuters) Die türkische Notenbank hat den Leitzins erneut gesenkt. Sie kappte ihn am Donnerstag um 3,25 Prozentpunkte auf 16,5%. Die Notenbank habe bei ihrer Entscheidung nicht zum Extrem tendiert, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Dies gebe der Lira Auftrieb. Wenn die Inflation weiter zurückgehe, habe die Notenbank in den kommenden Monaten noch Spielraum für weitere Zinssenkungen. «Der Test kommt aber, wenn die Teuerung wieder anzieht.» Die Frage sei, ob sie dann den Schlüsselsatz auch wieder anheben werde.

Im Juli hatte die Zentralbank den Schlüsselsatz überraschend stark auf 19,75 von 24% gesenkt. Dem Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der wenige Tage zuvor den Notenbank-Chef gefeuert hatte, sind die Zinsen immer noch zu hoch. «Ich habe eine Allergie gegen Zinsen», sagte er.

Nach dem Zinsentscheid der türkischen Notenbank zog die Währung des Landes an. Der Dollar fiel im Gegenzug am Donnerstag auf 5,6801 von zuvor 5,7553 Lira und der Euro verbilligte sich auf 6,2722 von 6,3508 Lira. Bei türkischen Staatsanleihen griffen Investoren ebenfalls zu. Dies drückte die Rendite der bis 2030 laufenden Titel auf 7,077 von 7,156 % und diejenige der 2045 auslaufenden Papiere auf 7,338 von 7,405%.

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