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TUI beantragt Staatshilfe

Viele Unternehmen leiden unter den Folgen des Coronavirus. Der Reisekonzern muss Pauschalreisen und Kreuzfahrten weitgehend einstellen.

(Reuters) Der Touristikkonzern TUI stoppt wegen des Coronavirus den grössten Teil seines Geschäfts und beantragt zur Überbrückung Staatshilfe.

Alle Pauschalreisen und Kreuzfahrten finden wegen der Vorgaben vieler Regierungen zur Eindämmung des Virus vorerst nicht statt, Hotels werden geschlossen. «Wir ergreifen einschneidende Kostenmassnahmen, um die Auswirkungen auf unser Ergebnis abzumildern», teilte TUI in der Nacht zum Montag in Hannover mit.

Doch das reicht offenbar nicht aus: Um die Umsatzausfälle abzufedern, die sich daraus ergeben, werde TUI Staatshilfe beantragen. Es gehe um Staatsgarantien, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden könne, teilte das Unternehmen mit.

1,4 Mrd. € habe TUI noch in Form eigener Mittel und Kreditlinien zur Verfügung. Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie sei das Geschäftsjahr 2019/20, das im Oktober begonnen hatte, wie geplant verlaufen.

Die vor knapp fünf Wochen abgegebene Prognose gelte aber angesichts der Situation nicht mehr. Damals hatte TUI ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 850 Mio. und 1,05 Mrd. € angepeilt nach 890 Mio. im Jahr davor.

Der Zulauf von Kunden nach der Pleite des Rivalen Thomas Cook sollte eigentlich das kostspielige Flugverbot für das Unglücksmodell Boeing (BA 149.14 -2.06%) 737 MAX wettmachen. Für die Beschaffung von Ersatzflugzeugen hatte TUI 220 bis 245 Mio. € veranschlagt.

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