Eigentlich sah es erfolgversprechend aus, als TVR – die englische Marke mit den wohl am meisten unterschiedlichen Besitzern – 2013 in die Hände des britischen Unternehmers Les Edgar gelangte. Er ging für TVR-Verhältnisse äusserst seriös vor, baute nicht einfach wie sonst bei den Briten üblich einen viel zu grossen Motor in ein nie erprobtes Chassis ohne vernünftiges Fahrwerk ein, sondern suchte die Zusammenarbeit mit Gordon Murray. Für die technische Unterstützung konnte er Cosworth und Ford als Motorenlieferanten gewinnen. Und liess dann in aller Ruhe ein Fahrzeug konstruieren, das 2017 die ersten Auftritte hatte. Es schien bereit für eine Serienfertigung, zumal schon 2016 ein Fabrikgelände in Wales entstand.

Inzwischen sind drei Jahre ins Land ­gezogen und die Renovationsarbeiten auf dem Firmengelände in Ebbw Vale sind noch immer nicht abgeschlossen. Um ­genauer zu sein: Die Renovationsarbeiten haben noch gar nicht begonnen. Es wird vermutet, dass TVR noch mit der Regierung in Wales darüber streitet, wie gross der Aufwand für den Auf- und Umbau werden könnte. Klar ist, ohne eine eigene ­Produktionsstätte dürfte ein Serienanlauf schwierig werden.

Leider ist es so, dass weiterhin nur genau ein Fahrzeug existiert – jenes von 2017. Das ist zwar ein sehr grobes, sehr spannendes Fahrzeug. Der etwa fünfhundert Pferdestärken (PS) starke 5-Liter-Ford-Coyote-Motor, gekoppelt an ein manuelles Sechsganggetriebe und von Cosworth mit einer Trockensumpfschmierung ausgestattet, macht einen wunderbaren Lärm. Damit sollten heuer weitere potenzielle Kunden beeindruckt werden. Doch die Coronakrise liess keine Auftritte zu. Und man muss davon ausgehen, dass der ­Brexit den Geschäftsbemühungen von TVR auch keine grosse Hilfe ist. Damit ist der Autobauer nicht allein in Grossbritannien. Viele britische Fahrzeughersteller klagen über grosse Probleme. So zum Beispiel Aston Martin oder auch McLaren. Beide werden von Geldsorgen geplagt. Der Letztgenannte hat bereits tausendzweihundert Mitarbeiter entlassen. Nun will er auch die beeindruckende Sammlung an historischen Fahrzeugen verpfänden.

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