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Twitter hat offenbar Auge auf TikTok geworfen

Insidern zufolge hat auch der Kurznachrichtendienst Interesse an einer Übernahme des US-Geschäfts der Video-Plattform TikTok.

(Reuters) Twitter (TWTR 48.06 +1.99%) hat Insidern zufolge Interesse an einer Übernahme des US-Geschäfts der unter politischem Druck stehenden Video-Plattform TikTok. Der Kurznachrichtendienst habe den chinesischen TikTok-Eigentümer ByteDance kontaktiert, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende. Es sei aber bei weitem nicht sicher, dass Twitter den Software-Riesen Microsoft (MSFT 225.95 +0.44%) ausstechen könne, der als Favorit für den Zuschlag bei TikTok gilt. ByteDance bleiben rund 45 Tage, um einen Käufer zu finden. Ansonsten droht ein Geschäftsverbot in den USA.

Zuerst hatte das «Wall Street Journal» am Sonntag über Fusionsgespräche berichtet. Es seien vorläufige Verhandlungen über ein mögliches Zusammengehen gewesen, so die Zeitung. TikTok, ByteDance und Twitter wollten sich nicht zu den Informationen äussern.

US-Präsident Donald Trump hat TikTok im Visier. Wegen Sicherheitsbedenken untersagte er zuletzt per Dekret Transaktionen mit zwei der grössten in den USA tätigen IT-Konzerne Chinas – ByteDance sowie dem WeChat-Betreiber Tencent (Tencent 90.35 +2.16%). Die Massnahmen sind aber noch nicht in Kraft getreten.

TikTok hat sich in den USA zunehmend zu einer Plattform für politische Debatten und Kampagnen entwickelt. Die App hat dort rund 100 Mio. Nutzer. Trump und andere US-Politiker sehen TikTok als chinesisches Spionageinstrument. Derzeit läuft eine Frist bis zum 15. September, um die US-Aktivitäten an Microsoft zu verkaufen.

Twitter hat einen Börsenwert von knapp 30 Mrd. $, ein Bruchteil der Microsoft-Bewertung. Für den Zukauf müsste Twitter den Insidern zufolge zusätzliches Kapital auftreiben. «Twitter wird es nicht leicht haben, die Finanzierung zur Übernahme der US-Aktivitäten von TikTok zu stemmen», sagte Erik Gordon von der Universität Michigan. Der Konzern aus dem Silicon Valley habe nicht genug Möglichkeiten, an Geld zu kommen.

Einer der Insider sagte Reuters aber, eine Übernahme durch Twitter könnte China besser gefallen. Der Kurznachrichtendienst ist nicht aktiv in der Volksrepublik. Trump favorisiert dagegen einen Kauf durch Microsoft.