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Twitter schreibt erstmals schwarze Zahlen

Der US-Kurznachrichtendienst hat dank gut laufender Verkäufe von Werbevideos und eines strengen Sparregimes erstmals die Gewinnschwelle geknackt.

(Reuters) Twitter (TWTR 28.83 -1.57%) hat erstmals die Gewinnschwelle geknackt. Im vierten Quartal fiel wegen gut laufender Verkäufe von Werbevideos und eines strengen Sparregimes ein Überschuss von rund 91 Mio. $ an, wie der US-Kurznachrichtendienst am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von etwa 167 Mio. $ in der Bilanz gestanden. Die Börse feierte: Die Twitter-Aktie sprang vorbörslich um 17% in die Höhe. In den vergangenen zwölf Monaten hat das Papier bereits 47% zugelegt und damit deutlich mehr als der S&P-Index, der auf eine Zuwachsrate von 17%kam.

Mit dem ersten Gewinn in der nunmehr zwölfjährigen Firmengeschichte leitet Twitter eine Trendwende ein. Viele Investoren hätten sich diese schon vor einer Weile gewünscht. Twitter-Chef Jack Dorsey will den Konzern weiter trimmen und auch im Gesamtjahr schwarze Zahlen schreiben. Im Rennen um Werbekunden setzte der Kurznachrichtendienst mit dem Markenzeichen des zwitschernden Vögelchens zuletzt verstärkt auf die zeitgleiche Übertragung von Konzerten, Sportveranstaltungen und Pressekonferenzen. Zudem wurde die Vorgabe abgeschafft, das ein Tweet maximal 140 Zeichen umfassen darf.

Im vierten Quartal kletterte der Umsatz um 2% auf 731 Mio. $. Es war das erste Plus seit dem vierten Quartal 2016 und lag deutlich über den Erwartungen von Analysten. Dorsey arbeitet seit einiger Zeit an der Erschliessung neuer Erlösquellen wie der Lizenzierung von Daten.

Trotz der Fortschritte konnte Twitter allerdings nicht auf ganzer Linie überzeugen. Die wichtige Zahl der monatlich aktiven Nutzer auf dem Heimatmarkt fiel zum Vorquartal um eine Million auf 68 Mio. Weltweit kommt das Unternehmen aus San Francisco, das mit Facebook (FB 154.05 -0.56%) und Snapchat um die wertvolle Zeit der Nutzer ringt, auf monatlich 330 Mio. aktive Teilnehmer. Twitter geht nach eigenen Angaben verstärkt gegen automatisierte Konten, sogenannte Bot-Profile, vor.

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