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TX Group rutscht tief ins Minus

Der Medienkonzern wird stark von der Coronakrise getroffen. Der Umsatz geht zurück, und es resultiert ein hoher Verlust im ersten Halbjahr.

(AWP) Die TX Group (TXGN 65.1 -0.15%) hat im ersten Halbjahr im Zuge der Coronakrise einen grossen Verlust eingefahren. Trotz Bekenntnis von Verwaltungsratspräsident Pietro Supino zum Kerngeschäft Journalismus muss Tamedia (Herausgeberin von «Finanz und Wirtschaft») in den kommenden drei Jahren 70 Mio. Fr. einsparen. Dutzende Stellen sollen wegfallen.

Der rückläufige Umsatz sowie starke Goodwill-Wertberichtungen haben im ersten Halbjahr 2020 zu einem Verlust von rund 109 Mio. Fr. geführt, wie die TX Group am Dienstag mitteilte. Der Umsatz des grössten privaten Schweizer Medienhauses sank um knapp 18 Prozent auf noch rund 431 Mio. Fr. Im Vorjahr hatten unter dem Strich noch knapp 54 Mio. Fr. Gewinn resultiert.

«Nach einem guten Start der neu aufgestellten TX Group ins Jahr 2020 wurden die Monate ab März in besonderem Masse von der Corona-Krise überschattet», sagte Verwaltungsratspräsident und Verleger Pietro Supino an einer Telefonkonferenz. Die Nutzung habe zwar Rekordwerte erreicht, die Werbung sei jedoch eingebrochen.

Besonders stark habe die Krise «20 Minuten» getroffen (-43,5% Umsatz), da die Gratiszeitung von der Werbung abhängig sei. Obwohl die digitale Nutzung auf ein Rekordhoch gestiegen sei, müsse der Bereich über die Bücher.

Mehrere Dutzend Stellen weg

Die Gruppe gibt im stark betroffenen Bereich Bezahlzeitungen nun mit einem umfassenden Kostensenkungsprogramm Gegensteuer. Um für die Zukunft eine nachhaltige Geschäftsbasis zu schaffen, will das Tamedia-Management in den nächsten drei Jahren 70 Mio. Fr. an Kosten einsparen.

Die dafür nötigen Massnahmen beim nach wie vor umsatzstärksten Segment der TX Group sollen in den nächsten Monaten mit den betroffenen Bereichen und unter Einbezug der Sozialpartner erarbeitet werden. Laut Angaben der Co-Geschäftsführung von Tamedia an einer weiteren Telefonkonferenz sollen mehrere Dutzend journalistische Stellen wegfallen. Erste Umsetzungen seien ab Herbst geplant.

«Kerngeschäft und Herzensangelegenheit»

Supino betonte indes an der Telefonkonferenz: «Der Journalismus ist und bleibt unser Kerngeschäft und eine Herzensangelegenheit.» Der Konzern werde das Portfolio an digitalen Plattformen weiter ausbauen. Allerdings, so die Tamedia-Co-Geschäftsführer Marco Boselli und Andreas Schaffner (SAHN 190 0%), sei man jetzt an einem Punkt, an dem man den Journalismus «wirklich neu erfinden muss».

Die journalistische Leistung bei Tamedia hat sich laut Supino hervorragend entwickelt. Der Journalismus müsse auch weiterhin in den Regionen verankert bleiben, aber mit noch mehr Fokus auf die Leserschaft. Oder in den Worten von Boselli: «Wir müssen uns als Dienstleister am User verstehen.»

Zudem könne eine gute Geschichte aus einer Region auch eine gute Mantelgeschichte sein: «Das machen wir noch viel zu wenig.» Gewisse Dinge würden heute noch drei- oder viermal gemacht. Es brauche eine noch engere Zusammenarbeit der regionalen Titel.

Auf die Frage, weshalb die TX Group nicht die politische Diskussion um eine Medienförderung abwarte und erst dann allenfalls zum Sparhammer greife, sagte Supino, ein Unternehmen solle seine Strategie nicht von der Politik abhängig machen. Die allfällige Förderung ändere nichts an den strukturellen Herausforderungen von Tamedia.

«Katastrophale Sparmassnahmen»

Alarmiert über die neusten Nachrichten aus dem Zürcher Medienhaus zeigten sich die Gewerkschaften Impressum und Syndicom. Der Journalistenverband Impressum bezeichnete die beschlossenen Sparmassnahmen in einer Mitteilung als «katastrophal».

Beide Organisationen forderten das Management auf, auf Entlassungen zu verzichten, den temporären Ausfall auf der Ertragsseite mit den umfangreichen Reserven zu überbrücken sowie das einschneidende Sparprogramm sozialverträglich umzusetzen.

Die komplette Historie zu TX Group finden Sie hier.»

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