Unternehmen / Schweiz

U-Blox leidet stärker als gedacht

Analyse | Das Management des Halbleiterherstellers war zu optimistisch. Das vergangene Jahr lief schlechter als erwartet.

U-Blox hat 2020 schlechter abgeschlossen als gedacht. Dabei hatte sich das Management unter CEO Thomas Seiler in Vergangenheit optimistisch gezeigt. Nun zeigen die Zahlen: Der Umsatz ist deutlich gefallen, die Profitabilität ebenso, unter dem Strich steht ein Verlust. Die Dividende wird gestrichen. Investoren reagierten auf den Zahlenkranz zum abgelaufenen Jahr enttäuscht: Am Freitag gaben die Papiere des Chipdesigners deutlich nach. Sie sind auch auf dem neuen Niveau kein Kauf.

Spezialität der mehr als 1100 Mitarbeiter von U-Blox ist die Entwicklung von Chipsätzen. Die teils fixfertigen Module eignen sich für Positionierung und drahtlose Kommunikation von High-Tech-Geräten, Drohnen etwa. Hergestellt werden die Produkte von Auftragsfertigern. Zum Einsatz kommen sie in der Industrie und im Automobilsektor, zum kleineren Teil auch in Endverbraucherprodukten. Besonders unter der schwächelnden Konjunktur im Automobilsektor litt das Unternehmen zuletzt.

Erst nach oben, jetzt nach unten

Noch Ende November erklärte U-Blox-CEO Thomas Seiler im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft», insbesondere im zweiten und im dritten Quartal vergangenen Jahres hätten sich die Kunden zurückgehalten. «Nun sehen wir ausgehend von Asien auch in Europa und den USA eine Rückkehr zum normalen Geschäft.» Anfang Jahr wiederholte er die optimistische Botschaft in einem Blog-Beitrag auf der U-Blox-Unternehmensseite. Vom Investorentag Ende November bis Donnerstag dieser Woche ging es für die U-Blox-Aktien mehr als 20% nach oben. Am Freitag fielen sie teils mehr als 15%. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?