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UBS-Chef Ermotti rechnet mit weiterer Konsolidierung

Grund dafür seien unter anderem die bestehenden Überkapazitäten.

(AWP) Nach Ansicht von UBS-Konzernchef Sergio Ermotti gibt es zu viele Banken, als dass alle nachhaltig und wettbewerbsfähig sein können. Ausserdem seien Kooperationen für die Branche wichtig auf der Suche nach Wachstum.

In den kommenden Jahren gehe er von einer weiteren Konsolidierung aus, besonders in Europa, bestätigte Ermotti an einer Veranstaltung des Swiss Finance Institute (SFI) am Mittwoch in Zürich frühere Aussagen. Die Frage für Schweizer und europäische Banken insgesamt sei nicht mehr «too big to fail», sondern «too small to survive».

Wachstum und die kritische Grösse seien entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben. So habe die UBS (UBSG 9.676 4.42%) etwa keinen grossen Heimmarkt wie die US-Banken, sagte der Chef des grössten Vermögensverwalters der Welt.

Hierzulande sei die sich verändernde Bankenlandschaft bereits offensichtlich, fuhr Ermotti fort. So sei die Zahl der hiesigen Banken seit 2008 um ein Viertel auf 250 zurückgegangen. 20’000 Jobs seien verschwunden (Lesen Sie hier mehr). Dennoch gebe es immer noch zu viel Kapazität.

Grossbank braucht Partnerschaften

Eine Antwort sei neben der Konsolidierung auch eine engere Zusammenarbeit in Teilen der Wertschöpfungskette, etwa im Backoffice bei Themen wie Geldwäschebekämpfung. Durch strategische Partnerschaften oder Joint Ventures könnten zudem «Cross-Selling»-Chancen genutzt werden.

Mit Blick auf die eigene Bank nannte er als Beispiele die Partnerschaft mit der japanischen Bank Sumitomo Mitsui Trust in der Vermögensverwaltung sowie das geplante Gemeinschaftsunternehmen in Brasilien mit dem staatlichen Finanzinstitut Banco do Brasil im Investment Banking.

Ermotti verwies am Branchenanlass am Mittwoch auch auf die ungemütlichen Zeiten, in denen sich die Branche bereits seit geraumer Zeit bewege. Er erwähnte das makroökonomische Umfeld und die Verlangsamung der globalen Wirtschaft, die geopolitischen Unsicherheiten wie etwa der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie den weltweit steigenden Schuldenstand und nicht zuletzt den Druck auf die Banken durch die Negativzinsen.

Als grosse Chancen und Felder mit zunehmender Bedeutung nannte Ermotti darüber hinaus die zwei Themen Technologie und Nachhaltigkeit.