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UBS durchleuchtet die Vorsorgereform

Die Schweizer Grossbank hat ihre Studienergebnisse zur beruflichen Vorsorge publiziert. Die Ziele werden nur teilweise erreicht.

(AWP) In Bundesbern ist die Diskussion zur Reform der beruflichen Vorsorge (BVG) in vollem Gang. Die Grossbank UBS (UBSG 15.56 -1.80%) hat im Rahmen einer Studie die verschiedenen Vorschläge zur Vorsorgereform unter die Lupe genommen und dazu Berechnungen angestellt.

Ziel der Reform sei es, die massive Umverteilung von Altersguthaben von der jungen Bevölkerung hin zu den Rentenbezügerinnen und -bezügern zu reduzieren, sagte UBS-Ökonomin und Vorsorgeexpertin Veronica Weisser am Dienstag an einer Telefonkonferenz. Doch mit den vorliegenden Vorschlägen werde dieses Ziel nur teilweise erreicht.

In ihrer Studie hat die UBS die Auswirkungen der wichtigsten Reformvorhaben für vier Haushalte, vom alleinstehenden jungen Mann bis hin zum Ehepaar im fortgeschrittenen Alter, zu berechnen versucht. Wenig überraschend würden sich eine Verlängerung der Beitragszeit sowie höhere Beiträge positiv auf künftige Rentenleistungen auswirken.

Erhöhung des Pensionsalters stützt

Je länger man Beiträge bezahlt, desto grösser wird der Vorsorgetopf. Dabei wäre laut UBS der Effekt einer Anhebung des Rentenalters aufgrund des kurz vor der Pension höheren Lohnniveaus grösser als wenn neu bereits vor dem 25. Lebensjahr mit der Einzahlung in die Pensionskasse begonnen würde. Ein höheres Rentenalter sei aber nicht für alle Berufsgruppen gleich gut möglich, hiess es.

Umstrittener als etwa das längere Einzahlen oder eine Erhöhung der Beitragssätze sei die geplante Senkung des Umwandlungssatzes von heute 6,8 auf noch 6,0% und die damit verbundene Reduktion der Renten. Mit dem Umwandlungssatz wird zum Zeitpunkt der Pensionierung der jährliche Rentenanspruch auf dem vorhandenen Alterskapital berechnet.

Kritik an Kompensationen

Die Senkung des Umwandlungssatzes sei zur Eindämmung der Umverteilung von jung zu alt entscheidend, sagte Weisser. Sie halte sich aber mit jährlich 400 Mio. Fr. auf einem «überschaubaren» Niveau. Je nach Berechnung bewegt sich die als «systemfremd» bezeichnete Umverteilung auf über 5 Mrd. Fr. pro Jahr. Systemfremd deshalb, weil in der zweiten Säule eigentlich jeder für die eigene Vorsorge Geld anspart.

Kritisch betrachten die Vorsorgeexperten die im Reformvorschlag des Bundesrats vorgesehenen Kompensationen zu Rentenverlusten für die nächsten Neurentner-Jahrgänge. Die würden hohe Kosten verursachen und die Pläne zur Reduktion der Umverteilung beschneiden. Weniger einschneidend seien da die Vorschläge der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N) oder vom Pensionskassenverband ASIP.