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UBS Europe in Italien im Visier der Behörden

Wegen eines Betrugsfalls ist in Italien gegen die Grossbank ermittelt worden. Es ist bei weitem nicht der einzige Fall.

(AWP/VA) In Italien hat die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit einem Betrugs-Fall um den Asset Manager Sofia SGR auch gegen die UBS (UBSG 11.17 4.69%) Europe ermittelt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstagabend unter Berufung auf Kreise. Dabei soll es um Vorwürfe wegen Geldwäscherei und Behinderung der Aufsichtsbehörden gehen, wie es weiter heisst.

Demnach sei die Untersuchung abgeschlossen und es werde erwartet, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erheben werde. Insgesamt sei gegen 23 Personen ermittelt worden, darunter auch Fabio Innocenzi, den früheren UBS-Chef in Italien. Ein Sprecher von Innocenzi habe einen Kommentar abgelehnt. Die UBS lehnte gegenüber der Nachrichtenagentur einen Kommentar unter Verweis auf ein laufendes Verfahren ebenfalls ab.

Sofia SGR stehe im Verdacht Kunden überzogene Gebühren verrechnet zu haben, hiess es weiter. Der Vermögensverwalter habe seine Produkte über die Bank abgewickelt.

Nicht der einzige Prozess

Bereits steht UBS in drei Ländern vor Gericht. In Frankreich findet dieses Jahr ein Berufungsverfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung statt. Erstinstanzlich wurde die Bank zu einer Megabusse von 4,5 Mrd. € verurteilt. Wegen des gleichen Vorwurfs wird UBS der Prozess im deutschen Mannheim gemacht. Dabei steht aber «lediglich» eine Busse von 83 Mio. € im Raum.

Zuletzt stellt das US-Justizdepartement die Bank in den USA vor Gericht. Der Vorwurf: Betrug und «katastrophale» Anlegerverluste mit Hypothekenverbriefungen vor der Finanzkrise. Credit Suisse (CSGN 9.812 6.37%) wurde in einem ähnlichen Fall bereits zur Rekordbusse von 5,3 Mrd. $ verdonnert. Später konnte sie die Strafe auf noch happige 2,6 Mrd. $ drücken.

Im schlimmsten Fall könnte UBS in Zukunft also mehrere Milliarden an Strafen zahlen müssen. Für die Grossbanken scheint das zum Alltag geworden zu sein. UBS und Credit Suisse schreiben in ihren jüngsten Geschäftsberichten von «einer Reihe von Gerichts-, Regulierungs- und Schiedsverfahren», sowie «behördlichen und strafrechtlichen Ermittlungen», in die sie verwickelt sind.